Leserbrief

Zu unserem Bericht "Trierer Straßen für Kinder gefährlich" (TV vom 8. März) schreibt dieser Leser:

Zitat aus dem TV-Bericht: "Gründe, weshalb das so ist, können weder die Stadt noch die Polizei nennen." Nun, dann würde ich den Vertretern von Stadt und Polizei doch mal vorschlagen, sich eine Woche per pedes oder Pedal in der rad- und fußgängerunfreundlichen Stadt zu bewegen. Als Bewohner der Innenstadt und täglicher Radfahrer kann ich nur sagen, dass die Umsicht der Autofahrer gegenüber den Schwächeren zu wünschen übrig lässt. Als Radfahrer bleibt einem wegen des schlechten Radwegenetzes oft nur das Ausweichen auf gefährliche Straßenabschnitte. Dort wird man bewusst ausgebremst, abgedrängt, der Vorfahrt beraubt. Dann gehört es zum Spiel der mobilisierten Verkehrsteilnehmern, dass man rote Ampeln missachtet, Beschleunigungsrennen zwischen den Ampeln veranstaltet (wohne unweit einer Ampel) und Geh- und Radwege zuparkt. Die Ampelschaltungen sind von ihren Grünphasen her nur autofahrerfreundlich eingestellt, weshalb der eine oder andere Fußgänger sehr oft die Geduld verliert und doch bei Rot die Kreuzung oder Straße überquert. Den Obergau jedoch erlebt man in unseren Fußgängerzonen (etwa in der Neustraße). Hier wird man von rasenden Autos zur Seite gehupt, und auf dem Domfreihof konnte ich diese Woche in letzter Minute mein Kind vor einem heranrasenden Apothekenlieferanten zur Seite ziehen. Die Bilanz: 30 Minuten Domfreihof = drei weitere zu schnelle Autos. Das mit der Schrittgeschwindigkeit muss wohl mit entsprechenden Zusatzschildern ins Trierische übersetzt werden. Daher kann ich an dieser Stelle die Aussage von Stadt und Polizei nicht unterschreiben. Dirk Schröder, Trier

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