Leserecho

Zwei Meinungen über das Viertel

Gestatten Sie mir, den Ortsteil "Medard" in Trier-Süd etwas zu beschreiben. Als einer der noch wenigen gebürtigen Medardser liegt mir unsere Medarduskapelle sehr am Herzen. Über 100 Jahre hat der Medardser Gesangverein die Kapelle gepflegt und betreut. Durch die Auflösung des Chores im Jahre 2009 fühlte sich niemand mehr zuständig, die Kapelle instandzuhalten. Selbst die Pfarrei St. Matthias als auch das Amt für Denkmalpflege sehen sich nicht bis heute in der Lage, eine Renovierung, die dringend notwendig wäre, durchzuführen. Durch unseren Schutzpatron, den Heiligen Medardus, dessen Namenstag am 8. Juni gefeiert wird, findet heute noch jedes Jahr an diesem Termin eine heilige Messe statt. Auch der heilige Nikolaus, der Schutzpatron der Fischer und Schiffer, wird mit einem Gottesdienst am 5. Dezember geehrt. Aus diesem Grunde ist es für uns als Medardser wichtig, dass durch eine dringende Renovierung dieses Kleinod Kapelle erhalten bleibt. Die Verkehrsituation in St. Medard lässt zu wünschen übrig. Durch die Schräglage der Bürgersteige im Engpass ist es für ältere Menschen, für Eltern mit Kinderwagen sowie für Rollstuhlfahrer sehr bedenklich, diesen Straßenabschnitt gefahrlos zu passieren. Sehr oft frage ich mich, wie die Busfahrer es unfallfrei schaffen, den Engpass zu durchfahren, denn es gibt wieder viele Kinder dort in den Fischerhäuschen. Ich möchte aber nicht nur meinen Unmut kundtun. In Medard lässt es sich ansonsten gut leben. Wir haben eine sehr schöne nachbarschaftliche Gemeinschaft. Wir als die Älteren kommen sehr gut mit denen des "Mittelalters", aber auch mit den jungen Medardser Neubürgern zurecht. Das drückt sich besonders in Hilfsbereitschaft, die uns angeboten wird, aus. Bernhard Rosch, Trier-Süd Trier-Süd ist meiner Meinung nach einer der schönsten Teile von Trier. Ich liebe die wunderschönen alten Fassaden, die liebevoll renovierten Gebäude. Auch als älterer Mensch kann man sich zu Fuß versorgen. Alles was man braucht, von A wie Apotheke bis Z wie Zahnarzt ist fußläufig erreichbar. Auch kulinarisch sowie kulturell ist man per pedes gut versorgt. Und durch den wunderschönen jüdischen Friedhof hat man ein gutes Sauerstoffreservoir, welches einen gerne tief durchatmen lässt. Was nicht ganz so schön ist, aber das ist der mobilen Gesellschaft geschuldet, ist der Parkwahnsinn im gesamten Viertel. Einfahrten und Kreuzungen werden teilweise rücksichtslos zugeparkt, und man hat manchmal schon Probleme aus der eigenen Ausfahrt zu kommen. Und die in ihrem Bericht ansässigen Studenten verjüngen zwar das Viertel, bringen aber auch durch ihre teilweise nächtelangen Partys schon mal ein wenig Unruhe ins Viertel - aber das gehört irgendwie dazu. Ich fühle mich auf jeden Fall sehr wohl und möchte mit keinem anderen Platz tauschen. Siegfried Daun, Trier-Süd