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Leserreaktionen auf die Schilder-Aktion in der Trierer Fußgängerzone

Leser-Echo : „Gut gemeint, aber leider für die Katz’“

„Pass bissi uff“ heißt eine neue Kampagne in Trier: An 15 Zufahrten der Fußgängerzone appellieren bunte Schilder an Radfahrer, Rücksicht auf Fußgänger zu nehmen. Wir haben TV-Leser nach ihrer Meinung gefragt.

 „Mir holen Rücksicht uffenanner“ steht auf den neuen Schildern in der Trierer Fußgängerzone, die der Trierer Karikaturist Johannes Kolz entworfen hat (der TV berichtete am 5. Juni). Hinter der Aktion stecken das Beratungszentrum des Polizeipräsidiums Trier und die City Initiative Trier mit Unterstützung des Trierer Ordnungsamtes. Den Initiatoren war es wichtig, mit der gemeinsamen Verkehrskampagne an Radfahrer zu appellieren.

Was halten die Trierer davon, wollte der Trierische Volksfreund wissen und hat seine Leser gefragt. In den sozialen Medien, auf facebook, entwickelte sich eine rege Diskussion, die wir in Auszügen wiedergeben. Wie in den sozialen Netzwerken üblich, müssen die verwendeten Namen nicht mit den tatsächlichen übereinstimmen:

Uwe Repp schreibt: „Das Schild ist schön. Aber es hält sich sowieso niemand dran. Als Multimobilist (zu Fuß, Fahrrad, E-Roller, PKW, Bus-und Bahnfahrer) sehe ich hier eine gut gemeinte Aktion, über die in spätestens einem hal­ben Jahr niemand mehr spricht. Der Ansatz mit dem Trierer Dialekt gefällt mir persönlich super. Nur ist das für eine Studenten- und Touristenstadt wie Trier wirklich passend? Dann die unterschiedlichen Arten von Radfahrern, rücksichtsvolle und weniger aufmerksame. Auch gilt zu bedenken, dass es unterschiedliche Arten von Fußgängern gibt: kleine Kinder, jüngere und ältere Menschen, Schnellgeher, Gehbeeinträchtigte, Schaufenstergucker, Touristengruppen und so weiter. Die Fußgängerzone sollte eine Zone für Fußgänger bleiben!“

Croli Heimann meint: „Süß gemacht. In Saarbrücken wird seid Jahren mitten durch die Fußgängerzone geradelt. Scheint gut zu klappen. Leider hängt der Ärger meistens mit den einigen wenigen zusammen, die keine Rücksicht nehmen.“

Und Brigitte Biertz ist der Ansicht: „Gut gemeint und nett umgesetzt – leider aber so lange für die Katz, solange die Polizei zu den permanenten und grob fahrlässigen Radverstößen mitteilt, sie habe zu wenig Personal!!! Je häufiger und langjähriger die Missachtung der Verkehrsregeln, desto selbstverständlicher werden sie beibehalten – desto mehr wird über fast Angefahrene gelacht und weitere Rücksichtslosigkeiten haben freie Bahn. Mehr Räder, weniger Autos? Erst die Gefährdungen stoppen, dann in neue ( breitere) Bahnen lenken. Das ist die Aufgabe der Stadt. Nette Animationen lenken nur weiter davon ab, welche Hausaufgaben bislang nicht erledigt wurden. “

Rudolf Ayl sagt: „Am schlimmsten sind die Radfahrer bei der Sparkasse Höhe Viehmarkt Zebrastreifen, wie viel Radfahrer rennen da über den Zebrastreifen. Mit Stinkefinger.“

Skeptisch bleibt auch Marco Franz: „Ich wage zu bezweifeln, dass es etwas nutzt. Für einige Velo-Fahrer scheinen keine Regeln zu existieren. Wer einmal eine Gefahrenbremsung vor einem Zebrastreifen gemacht hat, weil eine zweirädrige Todesschwadron über den Zebrastreifen geflogen kam, der weiß, von was ich rede.“

Ernüchternd auch die Erfahrungen von Caroline Magdalena Gutting: „Bin morgens viel in der Stadt unterwegs, die meisten Radfahrer machen aus der Fußgängerzone eine Rallyestrecke.“