Lesung über das "Ende des Denkens"

Lesung über das "Ende des Denkens"

Die Arbeiten des deutschen Schriftstellers und Dichters Heinrich von Kleist stehen im Mittelpunkt eines Abends in der Tuchfabrik mit der Künstlerin Katharina Bihler. Am 15. Februar steht das Werk "Penthesilea oder das Ende des Denkens" auf dem Programm. Die Lesung ergänzt die gleichnamige Ausstellung von Klaus Maßem.

Trier. (red) Am späten Abend liest die Schauspielerin und Sprecherin Katharina Bihler das Drama "Penthesilea oder das Ende des Denkens" von Heinrich von Kleist. Synchron zum gesprochenen Wort wird der Text mit künstlerischem Anspruch in Gebärdensprache übertragen - und das inmitten der Ausstellung "Penthesilea oder das Ende des Denkens" - zwischen den Zeichnungen von Klaus Maßem. Ruhe und Tiefe einer winterlichen Nacht

Getragen von der durchdringenden Präsenz von Kunst in ihren verschiedenen Ausdrucksformen, entsteht in der Ruhe und Tiefe einer winterlichen Nacht ein einmaliges Gesamtkunstwerk aus Zeichnung, Wort und Gebärde, das auch schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Genuss dieser besonderen Literaturlesung ermöglicht. Penthesilea ist die Königin der Amazonen. Dieses Volk, das auf Grund seiner grausamen Vorgeschichte keine Männer unter sich duldet, erhält sich durch einen ungewöhnlichen Brauch am Leben: Sobald Nachwuchs benötigt wird, überfällt der kriegerische Stamm ein beliebiges Volk. Die Amazonen führen die gefangen genommenen Männer nur zur Kinderzeugung mit zu sich. Dort müssen die Frauen einem Gesetz folgend ihren "Bräutigam" im Kampf bezwingen, die individuelle Partnerwahl ist nicht gestattet. Kleists Penthesilea hat aber entgegen dem Gesetz eine Wahl getroffen: Sie hat sich unsterblich in Achill verliebt und will nur ihn in Kampf besiegen. Ihre Liebe führt sie bei wiederholter Niederlage gegen Achill in die Raserei, so dass sie den Geliebten, als dieser sich ihr eigentlich stellen möchte, schließlich in tierischer Wildheit zusammen mit ihren Hunden zerreißt. Nach der Tat erwacht Penthesilea wie aus einem Traum und verzweifelt. Der Schmerz über den Tod veranlasst sie dem Geliebten in den Tod folgen. Das Ende der Lesung, die im Ausstellungsraum im zweiten Obergeschoss stattfindet, ist zirka 24 Uhr. Veranstalter des Aktions-Abends ist der Kunstverein Junge Kunst Trier. Die Ausstellung "Penthesilea oder das Ende des Denkens" von Klaus Maßem wird vom 8. Februar bis zum 24. Februar gezeigt.

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