Letzte Chance für Jugendliche

Letzte Chance für Jugendliche

WELSCHBILLIG-HELENENBERG. "Wer Hilfe braucht, ist bei uns willkommen", sagt Sieglinde Schmitz, Leiterin des Jugendhilfezentrums (JHZ) Don Bosco am Helenenberg in Welschbillig – einer Einrichtung, die sich seit über 100 Jahren der ganzheitlichen Förderung Jugendlicher widmet.

An der Bundesstraße B 51 zwischen Trier und Bitburg liegt das Jugendhilfezentrum (JHZ) Don Bosco Helenenberg bei Welschbillig, mit dem die meisten von uns wohl die charakteristische Klosteranlage aus dem Spätbarock in Verbindung bringen. Die dicken Steinmauern und zum Teil vergitterten Fenster mögen auf Außenstehende nicht gerade einladend wirken.Ganzheitliche Hilfe für etwa 110 Jugendliche

Diesen Eindruck bestätigt die Leiterin des JHZ, Sieglinde Schmitz: "Jugendlichen, die neu zu uns kommen, flößt das Gebäude erst einmal Respekt ein." Ursprünglich ein Kloster, war das Anwesen mit seinen Ländereien zwischenzeitlich ein Landgut. Schließlich kaufte das Trierer Ehepaar Eduard und Hyazinthe Puricelli das Anwesen und stiftete es 1893 dem Bischof von Trier als Waisenhaus für Knaben, damals auch "Knabenrettungsanstalt" genannt. Auch wenn das nach seinem Gründer benannte "Eduardstift" eine Art Heim für die Jugendlichen darstellt, wird auf dem Helenenberg keiner zu seinem Glück gezwungen. Im Gegenteil, für die etwa 110 Jugendlichen zwischen elf und 21 Jahren ist das JHZ oftmals die letzte Chance. Die Probleme der Jugendlichen sind unterschiedlich. Manche litten unter Schulangst, andere seien auch schon straffällig geworden, betont Sieglinde Schmitz. Die größte Gruppe bestehe jedoch aus Jugendlichen, bei denen Verhaltensauffälligkeiten festgestellt worden seien. Entsprechend differenziert sind die Hilfsangebote des JHZ. "Wir sehen uns als Komplexeinrichtung der Jugendhilfe", sagt die Leiterin. "Zu dem ganzheitlichen Konzept zählen Schule, die Unterbringung in verschiedenen Wohngruppen und die Möglichkeit der Berufsvorbereitung und -ausbildung." Auch die soziale Entwicklung der Jugendlichen spiele eine wichtige Rolle. Ganz im Sinn des Namensgebers Pater Don Bosco, der sich im 19. Jahrhundert um Straßenkinder kümmerte. Er erkannte nämlich, dass benachteiligte Jugendliche Bildung und Förderung brauchen, um ein selbstverantwortliches Leben führen zu können, sagt Salesianer Pater Wilhelm Steenken. Dies ist der Auftakt zu einer neuen Serie im Trierischen Volksfreund, die einen Blick hinter die Kulissen des Jugendhilfezentrums auf dem Helenenberg wirft. In weiteren Ausgaben werden wir das Konzept des JHZ, darunter das ambulante und stationäre Angebot sowie die Fördermöglichkeiten im Bereich Schule, Beruf und Freizeit, genauer vorstellen.

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