Letzter IC aus Trier abgefahren - Umstellung des Fahrplans am Sonntag

Letzter IC aus Trier abgefahren - Umstellung des Fahrplans am Sonntag

Mit einer Kundgebung haben die Trierer Grünen die Abfahrt des letzten IC aus dem Hauptbahnhof Trier begleitet. Ab Sonntag gilt ein neuer Verkehrsplan, der nur noch Nahverkehrsverbindungen in der Region anbietet.

Ganz in Schwarz gekleidet, mit Trauerkränzen und weißen Rosen, hatten die Demonstranten der von Bündnis90/Grüne organisierten Kundgebung am Samstagmorgen den IC nach Norddeich via Köln verabschiedet - dem letzten Fernzug, der die Moselmetropole mit wichtigen Großstädten in Nord- und Westdeutschland verbinde, so die Grünen. Ab jetzt sei Trier aus allen Richtungen nur noch mit Nahverkehrszügen zu erreichen. Die Grünen nahmen die Bahn und den Bund in Verantwortung für das Ende der Fernverbindung.

Am Sonntag startet das neue Nahverkehrskonzept, der Rheinland-Pfalz-Takt 2015 (siehe auch unter Interview). Neben kürzeren Fahrtzeiten und neuen Verbindungen gibt es ab dem Wochenende noch mehr Veränderungen im rheinland-pfälzischen Fahrplan: Erstmals sollen Züge der Privatbahn Vlexx GmbH Rheinhessen die Westpfalz und das Saarland mit dem Rhein-Main-Gebiet verbinden, wie das Unternehmen mit Sitz in Mainz ankündigte. Neu auf der Schiene ist auch das luxemburgische Unternehmen CFL, das stündlich zwischen Trier und Luxemburg fahren soll. Insgesamt bedienen so zehn Unternehmen die Strecken des neuen Rheinland-Pfalz-Taktes: 15 Regionalexpress- und 40 Regionalbahn-Linien.

Die umfangreichste Umstellung des Fahrplans seit 20 Jahren soll Busse und Bahnen attraktiver machen. Das Angebot soll schrittweise um 20 Prozent ausgeweitet werden. Geplant sind unter anderem mehr Direktverbindungen zwischen den Ballungszentren, kürzere Fahrzeiten sowie mehr Komfort und Service in modernen Zügen. Neu ist etwa die Linie RE1 von Koblenz über Trier, Saarbrücken und Kaiserslautern nach Mannheim.

Insgesamt sollen rund 90 neue Züge auf die Schiene kommen. Sie seien unter anderem mit Klimaanlagen ausgestattet, könnten schneller beschleunigen und böten den Passagieren mehr Informationen zu möglichen Verspätungen, hat die Landesregierunng angekündigt. Die Fahrgäste sollen sich auch sicherer fühlen: Daher fahre in jedem vierten Zug im Regionalverkehr ein Zugbegleiter mit, ab 19.00 Uhr in allen. In den Regionalexpress-Linien, die auf längeren Strecken unterwegs sind, sei ganztägig ein uniformierter Ansprechpartner an Bord.

Mit dem Fahrplanwechsel werden die Züge an einigen Bahnhöfen der Region nur noch nach Bedarf halten , wenn etwa Fahrgäste aus- oder einsteigen wollen. Ansonsten fahren die Züge dort durch.Mehr zum Thema

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