Licht und Schatten
Zum neuen Einkaufszentrum "Trier-Galerie":
Bei allem Jubel über fünfstellige Zahlen von Schau- und Kauflustigen der Trier-Galerie: Sie ist auch Symbol dafür, dass man in Trier erneut dem Rubel den Vorzug vor dem behutsamen Umgang mit Kulturgut gegeben hat. Bei der Trier-Galerie versank unter Kubikmetern von Beton unwiderbringlich eine einmalige Straßenkreuzung/Insula, mit der man Touristen hervorragend gleich dem "Fahrstuhl in die Römerzeit" Stadtentwicklung von den Treverern über die Römer bis in die Neuzeit hätte präsentieren können. Es bleibt zu hoffen, dass man aus diesen Fällen endlich lernt, Verträge mit Investoren so wasserdicht macht, dass man die übergeordneten Interessen durchsetzen kann und gleichzeitig einen finanziellen Not-Fonds schafft, der durch attraktive Funde erforderlich gewordene Umplanungen umgehend finanzieren kann. Trier, als älteste Stadt Deutschlands, mit ältestem Bistum auf deutschem Boden und einer Stadt, die mit ihrer Fülle von Unesco-Welterbestätten einmalig in Deutschland ist, hat sich schon einmal seine kulturelle Entwicklungsmöglichkeit verbauen lassen: durch das Zulassen von Wohnbebauung auf dem ehemaligen Gelände der Löwenbrauerei. Statt ein Sondergebiet auszuweisen mit großzügigem Spielraum bei Nutzung und Lärm, hat man mit dem Wohngebiet heute das Problem, dass Anwohner Lärmschutz einfordern und so den Ausbau von römischem Kultur-Tourismus mit aktiver Nutzung der Unesco-Welterbestätte Amphitheater für Brot, Spiele & Co blockieren können. Den Schaden trägt eine ganze Region durch fehlende Touristen, wenn laut Lärmschutzverordnung nach maximal zehn Veranstaltungen und Proben im Jahr zu Antikenfestspielen, Brot und Spiele, Konzerten etc. das Licht ausgehen muss. Vielleicht hätte die Unesco-Kommission schon damals so hartnäckig sein müssen wie heute beim Thema Waldschlößchenbrücke in Dresden und auch Trier auf die rote Liste setzen müssen.
Hanns-Wilhelm Grobe, Trier
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