Lichtblick am Viehmarkt

Die letzten Tage eines der größten Schandflecken Triers sind offenbar gezählt: Das Neubauprojekt auf dem Trümmergrundstück zwischen Viehmarkt und Neustraße soll Anfang 2009 starten, kündigt die Firma Trihaus an.

Trier. Auch wenn es auf dem Trümmergrundstück Neustraße 84 noch ganz und gar nicht danach aussieht: Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen zur Beseitigung eines der größten Schandflecken Triers auf Hochtouren. "Es geht jetzt wirklich bald los", kündigt der Andernacher Rechtsanwalt Curt Jeromin (49), der den Bauherrn Trihaus rechtlich und technisch berät, auf TV-Anfrage an. Befürchtungen, das Projekt sei ins Stocken geraten, seien unbegründet.

Wesentliche Voraussetzungen seien erfüllt. "Wir haben die Baugenehmigung, zudem liegt das Bodengutachten vor. Nun ist der Statiker am Zug. Sobald das Prüfergebnis vorliegt, wollen wir mit dem Projekt beginnen", betont Jeromin. Wenn alles gut laufe, könne Ende November mit dem Abriss dessen, was von der traditionsreichen Gaststätte "Jenny Kasper" und zwei Wohnhäusern übrig geblieben ist, begonnen werden. Ab Anfang 2009 soll dann auf dem freigeräumten 500-Quadratmeter-Areal die von Peter Stahl (Planart-Architektengruppe Trier) geplante "Residenz am Viehmarkt" entstehen: Vorgesehen sind bis zu zwölf hochwertige Eigentumswohnungen zwischen 70 und 260 Quadratmetern; hinzu kommen zwei Ladenlokale sowie elf Stellplätze in einer Garage zwischen den beiden Gebäudekomplexen an Neustraße und Viehmarkt.

74-jährige Ex-Besitzerin muss das Feld bald räumen



Das Trihaus-Vorhaben sieht keine großflächigen Tiefbauarbeiten vor. Deshalb dürften die Hinterlassenschaften, die unter dem geschichtsträchtigen Areal im einstigen römischen Stadtzentrum ruhen, nicht zu Bauverzögerungen führen. Im Frühjahr 2010 soll alles unter Dach und Fach sein, schätzt Jeromin.

Um den wirtschaftlichen Erfolg müssen sich die Trihaus- Geschäftsführer Joachim Atzorn und Ralf Lieser offenbar keine Sorgen machen: "deutlich mehr als die Hälfte der Flächen" hätten bereits Abnehmer gefunden.

Allerdings ist das Areal noch bewohnt. Nicht nur von Ratten und Tauben, die in unschöner Regelmäßigkeit immer wieder Einsätze von Ordnungsamt und Feuerwehr heraufbeschwören, sondern auch von einem Menschen. In der Hinterhaus-Ruine zum Viehmarkt hin lebt die 74 Jahre alte ehemalige Grundstücks-Besitzerin - ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser, weil sie keine Abgaben zahlt.

Jeromin erwartet "keine Probleme". Mit dem Betreuer der alten Dame sei alles geklärt. Ihr stünden mehrere Wohnungs-Alternativen zur Auswahl, "dauerhaft oder temporär".

Klappt es mit den Zeitplänen, dann könnte im übernächsten Jahr eines der größten Problemquartiere Triers endlich der Vergangenheit angehören. Denn auch für den benachbarten, ebenfalls seit Jahren leer stehenden und vor sich hingammelnden sogenannten Meinelt-Komplex bahnt sich eine Lösung an. Wie in der TV-Donnerstagausgabe berichtet, will die Ifa-Immobilien-Gesellschaft (Schillingen) das Gebäude bis Mitte 2010 für rund 10 Millionen Euro ebenfalls zu einem Wohn- und Geschäftshaus um- und ausbauen. Das Projekt der Firma Trihaus hat ein Volumen von rund 3,5 Millionen Euro.