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Lichter, Lieder und vier Neue: Trierer Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet

Lichter, Lieder und vier Neue: Trierer Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet

Leise rieselt der Schnee: Mit traditionellen Weihnachtsliedern und einer lockeren Ansprache des Oberbürgermeisters ist der Trierer Weihnachtsmarkt am Dienstag offiziell eröffnet worden. Ab Mittwoch, 3. Dezember, gibt's die "Weihnachtsmaort en Trier"-CD der Leiendecker Bloas zu kaufen.

Trier. Klaus Jensen ist offenbar in Glühweinlaune. "Es ist der wunderbarste Weihnachtsmarkt, den es gibt, in der schönsten Stadt überhaupt, mit den nettesten Besuchern, die man sich vorstellen kann!", scherzt er bei seinem Grußwort zur Eröffnung des Trierer Weihnachtsmarkts. "Aber ganz im Ernst", fügt der Oberbürgermeister seiner fröhlichen Rede an, "ich freue mich jedes Jahr außerordentlich über diesen tollen Anziehungspunkt in der Mitte unserer Stadt."
Die Tenöre Thomas Kiessling, Thomas Siessegger und die Sängerinnen Beatrice Bergér und Karin Melchert zaubern Weihnachtsstimmung herbei. Hunderte drängen sich vor der Bühne am Kornmarkt.

Gewohntes: Jugendstillampen vis-à-vis von Tee Gschwender. Links daneben Töpferwaren. An der Ecke zur Fleischstraße Seifen und Kerzen. Vor McDonalds riecht\'s nach Reibekuchen. Und wer im Gedränge rund ums Marktkreuz dabei sein will, der ist ob der Glühwein-Schwappgefahr mit einer dunklen Jacke gut beraten: Vieles bleibt auf dem Trierer Weihnachtsmarkt wohl ewig beim Alten. 91 der 95 Händler, die in den putzigen Holzhäuschen ihre Waren anbieten, sind schließlich die gleichen wie im vorigen, und größtenteils wie im vorvorigen, vorvorvorigen und vorvorvorvorigen Jahr…

Neu: Manches überrascht aber auch. Zum Beispiel gibt es keine Poffertjes mehr. Die Familie, die jahrelang auf dem Domfreihof das niederländische Hefegebäck verkauft hat, hat sich nicht mehr beworben. Drei weitere Händler sind aus verschiedenen Gründen ebenfalls nicht mehr dabei.
Dafür gibt\'s vier Neue: Die Familie Migliori aus Triers Partnerstadt Ascoli Piceno bietet italienische Spezialitäten an. Neu ist auch ein Stand mit Lampen und Laternen, und am Hauptmarkt ist ein neuer Edelsteinhändler ansässig. Niedliche weihnachtliche Metallfiguren, angemalt in leuchtenden Farben, bietet die Familie Klüver-Weskamp aus Detmold erstmals auf dem Domfreihof an. "Uns gefällt es hier sehr gut, der Markt ist gut organisiert und die Atmosphäre unter den Händlern toll", lobt Verkäufer Klaus Heidbrink.

Weite Anreise: Aus Triers USA-Partnerstadt Fort Worth sind Tom und Sue Brents angereist. Der Kontakt kam durch eine Trierer Austauschstudentin zustande, die drei Monate bei den Brents gewohnt hat. "So etwas habe ich noch nie gesehen!", schwärmt der 81-jährige Tom vom Trierer Weihnachtsmarkt. "Bei uns gibt\'s ähnliche Märkte - aber nicht im Freien vor solch einer Kulisse, sondern nur innerhalb von Einkaufscentern." Ob Trier seine Top-Platzierung auf der dreiwöchigen Reise des Ehepaars halten kann? Schließlich geht\'s für die Brents auch noch nach München, Nürnberg und Dresden - allesamt ebenfalls berühmt für ihre Christkindl- und Weihnachtsmärkte.

Logistik: 20 000 LED-Lichter hat das Familienunternehmen Bruch aus Andernach, das den Trierer Weihnachtsmarkt seit 1980 im Auftrag der Stadt organisiert, im vorigen Jahr angeschafft, um die riesige Weihnachts-Pyramide ins richtige Licht zu setzen. Mehrere Kilometer Stromkabel müssen verlegt, Zehntausende weitere Lampen angeschlossen werden. Zu jedem Essensstand werden Frisch- und Abwasserleitungen verlegt. Drei LKW sind nötig, um das viele Tannengrün anzuliefern, das die Verkaufsstände schmückt. Erst vor wenigen Tagen ist das Containerschiff aus China im Hamburger Hafen eingelaufen, das die Tausenden Sammlertassen in Stiefelform liefert, in denen auf dem Markt der Glühwein ausgeschenkt wird.

"Weihnachtsmoart en Trier" heißt der Saisonsong der Leiendecker Bloas. Am Mittwoch, 3. Dezember, präsentiert die Trie rer Mundartband um 19 Uhr erstmals ihre druckfrische Weihnachts-CD auf der Bühne des Domfreihofs.
Der Trierer Weihnachtsmarkt hat bis einschließlich Montag, 22. Dezember, geöffnet. Montags bis mittwochs von 10.30 bis 20.30 Uhr, donnerstags bis samstags von 10.30 bis 21.30 Uhr und an den Sonntagen von 11 bis 20.30 Uhr. Programm unter www.trie rer-weihnachtsmarkt.deExtra

Achtung, Taschendiebe! Im Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt und in den Einkaufsstraßen herrschen zur Vorweihnachtszeit für Taschendiebe ideale Bedingungen. In der gesamten City läuft die Polizei - in Uniform und in Zivil - daher verstärkt Streife. Unterstützt wird die Trierer Polizei dabei von Kollegen der Bereitschaftspolizei, Beamten der luxemburgischen Police Grand Ducale, der französischen Gendarmerie, der Polizei des Saarlandes und der Bundespolizei. Taschendiebe überlisten ihre Opfer häufig, indem sie vortäuschen, beschmutzte Kleidung säubern zu wollen, den Weg nicht zu kennen oder Geld wechseln zu wollen. Die Polizei rät: Nur so viel Bargeld mitnehmen, wie zum Einkauf benötigt. Fremden beim Bezahlen keinen Einblick in die Geldbörse gewähren. Geld, Wertsachen und Papiere in verschlossenen Innentaschen der Kleidung tragen. Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite tragen oder unter den Arm klemmen. Opfer von Taschendiebstählen und Zeugen entsprechender Vorfälle sollen sich sofort per Notruf 110 bei der Polizei melden. woc