Liebe und Toleranz sind das Rezept

Liebe und Toleranz sind das Rezept

Marianne und Friedrich Reucher haben immer gerne zusammen gefeiert - diese Woche ihren 65. Hochzeitstag. Sie verraten, wie sie sich kennengelernt haben.

Trier-Euren Segelfliegen, das war früher ihr gemeinsames Hobby. Die Freiheit, die man hoch oben in den Lüften spüren kann, sollte man sich auch in einer Partnerschaft geben, finden sie. "Meinem Enkelsohn, der nun in Kolumbien heiraten wird, habe ich geschrieben, dass Liebe und Toleranz die Grundlagen einer guten Ehe sind. Man muss den anderen als eigenständige Persönlichkeit akzeptieren", sagt die 88-jährige Marianne Reucher.
In ihrer gemütlichen kleinen Erdgeschosswohnung feierten Marianne und Friedrich Reucher zusammen mit Freunden und Familie eiserne Hochzeit. Auch Triers Bürgermeisterin Angelika Birk besuchte das Paar, um ihm die Glückwünsche der Stadt und der Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu überbringen.
Seit Mai dieses Jahres leben Marianne und Friedrich Reucher im betreuten Wohnen in Trier-Euren. Aus ihrem Haus in Trier-Pallien mussten sie nach einem Unfall von Marianne Reucher ausziehen. "Es war zwar schlimm, aus dem Haus auszuziehen, aber wir fühlen uns wohl hier", sagen beide. Ihre Tochter Ursula bestätigt das: "Mein Papa ist der größte Optimist, den ich kenne". Der 91-Jährige stimmt lachend zu: "Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst."
Marianne und Friedrich Reucher haben sich 1948 beim Theaterstück "Des Teufels General" im Treveris-Saal kennengelernt. Sie hatte ihn in der Pause entzückt, dann wurden sie einander vorgestellt. Vier Jahre später heirateten die beiden und bekamen später drei Töchter. Heute haben sie acht Enkel und drei Urenkelkinder.
Die beiden Jubilare haben früher gerne zusammen gefeiert, sagen sie. Und gelesen haben sie viel. "Meine 2000 Bücher konnte ich leider nicht alle mit in die neue Wohnung nehmen", sagt Friedrich Reucher.
Zusammengearbeitet haben er und seine Ehefrau auch - als Tankwarte in ihrer selbst gebauten Tankstelle in Trier.