Liebe vor dem ersten Blick

"Hier will ich mal arbeiten", sagte sich Elisabeth Schug, als sie 2001 am Bauzaun des Park-Plaza-Hotels stand. Seit 2006 ist sie Direktorin der Nobelherberge, die am Wochenende ihr fünfjähriges Bestehen feiert.

Trier/Trittenheim. Es war Liebe vor dem ersten Blick. "Das wär's doch!", strahlte Elisabeth Schug, als sie eines schönen Tages anno 2001 an der Großbaustelle am Nikolaus-Koch-Platz stand. Der alte Volksfreund-Komplex war abgerissen und von dem Neubauprojekt noch nicht viel zu sehen. Doch die am Bauzaun angebrachte Tafel reichte aus, um die damalige Direktorin des Heidelberger Dorint-Hotels zu elektrisieren: Hier entsteht ein Park-Plaza-Hotel. Die weiteren Infos besorgte sich Elisabeth Schug im Internet und schickte eine Bewerbung an die Zentrale nach Frankfurt. Doch die zog sie trotz erfolgreich verlaufenem Vorstellungsgespräch bald wieder zurück: Philipp, ihr erstes Kind, war unterwegs. Damit rückte der Wunsch der gebürtigen Bernkastel-Kueserin, "im Moselland zu arbeiten", erst einmal in den Hintergrund. Immerhin war sie der Heimat in den Jahren zuvor immer ein Stück näher gerückt und gleichzeitig auf der Karriereleiter nach oben gestiegen. Die ersten zehn Jahre nach der Ausbildung zur Hotelfachfrau im Sporthotel Weiskirchen hatte sie in München ver- und es im Excelsior zur Vize-Direktorin gebracht. 1999 der erste Direktorinnen-Posten - im Queens Hotel Pforzheim; von 2000 bis 2002 war sie Chefin im Heidelberger Holiday. Und dann kam Philipp (inzwischen viereinhalb) und zwei Jahre später Felix. Jetzt hat sie "all das, was eine Frau sich wünschen kann: Eine tolle Familie plus den Traumjob in der Heimat".Besagter Traumjob ist der Direktorinnen-Posten im Park Plaza. Den bekam sie im vergangenen Herbst, nachdem Vorgänger Raul Huerga sich selbstständig gemacht hatte und der gute Eindruck vom ersten Vorstellungsgespräch fünf Jahre zuvor haften geblieben war. Vielleicht auch, weil die heute 37-Jährige für Kontinuität bürgt. Die durchschnittliche "Verweildauer" von Hotel-Chefs liegt bei drei, vier Jahren; Elisabeth Schug kann sich vorstellen, "auch ein paar Jährchen länger zu bleiben, wenn man mich denn will". Bisher spricht offenbar nichts dagegen, erst recht nicht der Erfolg. Das 150-Zimmer-Haus ist das größte und modernste in der Altstadt, gehört der höchsten weit und breit vertretenen Kategorie (Vier Sterne Superior) an und weist mit 65 Prozent die beste Belegungsquote in Trier und den höchsten Promi-Anteil auf. Elisabeth Schug investiert auch deshalb "ganz besonders viel Herzblut ins Park Plaza, weil ich mit meinem 45-köpfigen Team auch etwas für meine Heimatregion und die Entwicklung tun kann. In Trier hat sich in den vergangenen Jahren so viel getan. Es macht ungeheuren Spaß mit dazu beizutragen, dass sich noch mehr tut", sagt die frühere Leiwener und Römische -Weinstraße-Weinprinzessin.Zusätzlich Freude mache der Job, "weil immer mehr Frauen an der Spitze von Trierer Hotels stehen". Zu den von Elisabeth Schug ins Leben gerufenen "Hotelier-Treffen" dürfen aber nicht nur Kolleginnen wie Anja Ahnen (Mercury Porta), Gabi Schmitz (Mercury Kaiserthermen) oder Andrea Weber (Deutscher Hof) kommen - "nein, da sind natürlich auch die männlichen Kollegen gerne gesehen".Die Park-Plaza-Chefin lebt in Trittenheim , dem Heimatort ihres Mannes Markus. Das ist nah dran an Trier und dennoch weit genug weg um abzuschalten und "meinen finsteren Leidenschaften nachzugehen". Als da wären Inline-Skating und - Karaoke: "Zwei andere Mütter und ich singen gerne so richtig peinliche Neue-Deutsche-Welle-Lieder aus den 80er-Jahren."Am kommenden Wochenende aber nicht. Da wird die Direktorin nämlich an ihrem Arbeitsplatz gebraucht: Das Park Plaza feiert sein fünfjähriges Bestehen. Zum Tag der offenen Tür morgen, Samstag, 11 bis 16 Uhr, sind alle Triererinnen und Trierer eingeladen.