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Lieber wäre mir ein Tante-Emma-Lädchen

Lieber wäre mir ein Tante-Emma-Lädchen

Einzelhandel

Zum Bericht "Globus will nach Trier kommen" (TV vom 10. Oktober) über Bestrebungen, ein SB-Warenhaus zu errichten:

Es liest sich auf den ersten Blick gut, dass 40 Millionen Euro von Globus in Trier investiert werden sollen. Aber beim zweiten Blick vergeht mir die Lust am Morgenkaffee. Das Geld wird ja nicht zu uns gebracht. Es wird von dem Riesenkonzern (Jahresumsatz sieben Milliarden im Jahr 2016) ja quasi aus der Portokasse abgezweigt, um hier einen Laden zu bauen. Dieser wird das Potenzial haben, das Geld aus unserer Gegend herauszusaugen.
Was ist mit den lokalen Anbietern? Nicht nur in der Innenstadt. Auch im Umland gibt es beachtungswürdige Läden. Ich stelle mir die Frage, was ein Einzelhandelskonzept, von der Mehrheit begrüßt und verabschiedet, bewirken soll, wenn es beliebig geändert werden kann, weil ein Konzern mit vollen Taschen an die Tür klopft? Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Welche Arbeitsplätze sind das? Solche, von denen man leben kann mit Sozialversicherung? Oder sind es Minijobs?
Ich finde, der Stadtrat sollte bei seinem erst vor zwei Jahren beschlossenen Konzept bleiben. Was ist das für eine Botschaft? Wir entscheiden uns für etwas, machen es verbindlich und dann braucht es "nur" viel Geld, um es zu kippen.
Eigentlich geht es doch vorrangig darum, wie es den Menschen hier in der Region damit geht. Brauchen wir tatsächlich neben Aldi, Lidl, Kaufland, Edeka, real noch einen großen Laden mit dem Motto: Einmal hin, alles drin?
Brauche ich einen weiteren Anbieter, nur damit ich mich entscheiden kann, ob ich bei der einen oder anderen Einkaufskette das importierte Gemüse kaufe? Sollten wir nicht lieber zum lokalen Bauern oder Metzger gehen?
Lieber wäre mir zum Beispiel ein Tante-Emma-Lädchen hier in Igel mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken und somit eine Begegnungsstätte zu schaffen.
Wie immer stellt sich die Frage: "Cui bono?" Wer profitiert, wer verdient Geld daran?
Kerstin Kinzig
Igel