Linie zwei soll raus aus Zewen

Linie zwei soll raus aus Zewen

Weniger Busfahrten durch Zewen; dies hat der Ortsbeirat in seiner Sitzung gefordert. Insbesondere die Fahrten der Linie 2 sind den Kommunalpolitikern ein Dorn im Auge. Die Stadtwerke haben hingegen beschlossen, die Linie fortzuführen, weil die Fahrgastzahlen in diesem Bereich gestiegen sind.

Trier-Zewen. 200 neue Fahrgäste am Tag verzeichnet die Linie 2, die seit Beginn des Jahres von Trier-West über Euren und das Industriegebiet nach Zewen verlängert wurde. Dies teilt Frank Birkhäuer, Chef des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Trier (SWT), in der Sitzung des Ortsbeirats Zewen im CDU-Fraktionsraum im Rathaus mit. Damit sei sie die Maßnahme, die von allen Angebotserweiterungen wie etwa dem Sternbusverkehr bis 3 Uhr "am besten abgeschnitten hat". Deshalb habe der SWT-Aufsichtsrat in seiner Sitzung vergangene Woche beschlossen, die Linie weiterzuführen.
Mehr Fahrgäste aus Stadtteil


420 Fahrgäste sitzen täglich in den Bussen nach Euren; im Stadtteil selbst seien es sogar 670, davon 200 neu gewonnene. "Zwei Drittel davon sind aus Zewen und steigen an den Haltestellen Kantstraße und Friedhof ein oder aus", sagt Birkhäuer. Ortsvorsteher Helmut Mertesdorf (CDU) zweifelt die Zahlen an: "Im letzten Stück sehe ich höchstens mal einen Fahrgast im Bus. Kann die Linie nicht im Bereich der Straße Im Siebenborn enden?" Zumindest außerhalb der Spitzenzeiten, räumt er ein. "Das Anliegen der Bürger und Anwohner in den schmalen Straßen ist nicht, die Linie einzustellen", ergänzt Carola Siemon (SPD). "Aber muss der Bus so häufig fahren?"
Häufig, das ist ein 20-Minuten-Takt, der zwischen 8 und 13 Uhr auf Wunsch des Ortsbeirats auf 40 Minuten reduziert wurde. Außerhalb dieser Zeit sehe er aufgrund der hohen Nachfrage keine Möglichkeit, den Fahrplan auszudünnen, berichtet Birkhäuer.
Prüfen will er hingegen, ob die zusätzlichen Busse, die mittags auf der Linie 3 verkehren, alle durch Turm- und Lindscheidstraße fahren müssen. Dem Wunsch des Ortsbeirats, alle Busse Richtung Igel durch die Fröbelstraße fahren zu lassen, kann Birkhäuer nicht entsprechen. "Wir können jetzt den Ort besser erschließen, die Wege für die Kunden sind kürzer", sagt er, was insbesondere wegen der Hanglage wichtig sei. Das zeige das Beispiel Igel. Dort könne das Wohngebiet zurzeit wegen Bauarbeiten nicht bedient werden. Die Folgen: "Die Fahrgastzahlen gehen zurück. Wir warten darauf, dass wir wieder durch die Secundinierstraße fahren können."
Einigung gibt es in einem anderen Punkt: Mertesdorf und Siemon hatten beantragt, dass dem katholischen Kindergarten St. Martinus bei der Vergabe der freiwerdenden Räume in der alten Hauptschule Zewen der Pfarrgemeinde der Vorrang vor der Krabbelstube Mäusenest eingeräumt wird (der TV berichtete). Diesen Antrag ziehen sie zurück, weil beide Seiten von der jeweils anderen nichts gewusst hätten, sagt Siemon. Sie bemängelt die fehlende Kommunikation zwischen Jugendamt, Kitas und Ortsbeirat. Sie habe Bürgermeisterin Angelika Birk darauf angesprochen, dass es Bestrebungen gebe, die Vorschulkinder des Kindergartens künftig in der Schule unterzubringen. "Frau Birk hat dabei nicht erwähnt, dass sie im Gespräch mit der Krabbelstube ist." Erst als der Kita-Bedarfsplan beraten wurde, habe sie davon erfahren, sagt Siemon. Im Januar solle es Gespräche mit allen Beteiligten geben, "um für beide Seiten eine gute Lösung zu finden".

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