Linke kritisieren Kultur-Konzept und kündigen Gegenentwurf an

Linke kritisieren Kultur-Konzept und kündigen Gegenentwurf an

Der städtische Entwurf für ein Kultur-Leitbild stößt auf Kritik. Der Kreisvorsitzende der Linken, Marc-Bernhard Gleißner, sieht die kulturelle Vielfalt in Gefahr. Auch studentische Theatermacher zeigen sich alarmiert.

Trier. Der am Dienstag von Triers Kulturdezernent Thomas Egger vorgelegte Leitbild-Entwurf zur Zukunft der Trierer Kultur (der TV berichtete) stößt bei den Linken auf Unmut. "Es ist ein bekanntes Verfahren, dass Pressekonferenzen zur kulturpolitischen Diskussion der Ausschusssitzung vorweggenommen werden. Problematischer aber ist es, wenn Kulturdezernent Egger ein Diskussionspapier zum kulturpolitischen Leitbild Triers vorstellt, in dem Kultur auf ihre Wirtschaftlichkeit reduziert wird. Wird dieses Konzept umgesetzt, wird der Kulturreichtum in Trier zerstört", erklärt Marc-Bernhard Gleißner, Kreisvorsitzender der Linken Trier-Saarburg und Mitglied des städtischen Kulturausschusses.
Weiter kritisiert Gleißner, dass die Einbindung der studentischen Szene lediglich im Konzept auf ihre Wirtschaftlichkeit reduziert wird und die Denkmalpflege weitgehend privatisiert werden soll. "Man merkt, dass dieses Papier aus der Druckpresse der Verwaltung entstanden ist: Es geht nicht darum, welche kulturellen Angebote es gibt und wie diese gefördert werden sollen, sondern nur darum, wie man Haushaltsausgaben reduzieren kann."

Studenten endlich beachten


Auch Julia Didié und Julia Morgens von der Theatergruppe Kreuz&Quer der Universität Trier kritisieren den städtischen Entwurf scharf: Das häufige Vorkommen von Schlagwörtern wie "Wirtschaftlichkeit" und "Optimierung" lasse befürchten, dass die Stadt sich aus der öffentlichen Kulturförderung verabschieden wolle. Damit werde die Chance vertan, das Kulturbild qualitativ auszubauen und auch "endlich die studentische Szene in die Kulturlandschaft einzubinden."
Gleißner pflichtet dem bei: Unter dem Diktat der Wirtschaftlichkeit müssten vor allem studentische Projekte um ihr Überleben kämpfen, die doch gerade zur Vielfalt des künstlerischen Stadtbildes beitrügen. Er kündigte an, mit Kunstschaffenden ein Gegenkonzept zu erarbeiten, das Kultur nicht nur an Kosten, sondern auch an Qualität messe. red