Lizenz zum Duellieren

TRIER-KÜRENZ. Ein Klassenkamerad hat sie mit elf Jahren "einfach mal so" mit zum Fechttraining genommen. Seither ist Careen Grünhäuser aktive Fechterin und duelliert sich auf Turnieren. Außerdem hat sie die Trainerfachlizenz und bildet den Nachwuchs im Umgang mit dem Degen aus.

Fußball, Handball oder auch Tennis - das sind heutzutage die klassischen "Breitensportarten". Fechten dagegen ist, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, eher so etwas wie eine exotische Randsportart, die den meisten wohl nur alle vier Jahre bei der Übertragung von Olympischen Spielen im Fernsehen begegnet. Liga-freier Sport

Careen Grünhäuser gehört, wenn man so will, zu diesen Exoten und ist begeisterte Fechterin. Seit sie als Schülerin eher zufällig einmal beim "Schnuppertraining" war, ist die 47-Jährige aktiv dabei und duelliert sich bis heute an Wochenenden mit anderen "Seniorinnen" auf Turnieren. Zweimal im Jahr reist sie sogar mit Leistungsfechterinnen durch die Lande und fröhnt ihrer sportlichen Kampfeslust, denn anders als in den meisten Ballsportarten oder auch im Mannschaftstennis-Zirkus gibt es im Fechten keine Ligen. Dafür drei unterschiedliche Waffen, mit denen im Wettstreit angetreten wird: Florett, Degen und Säbel. "Beim Kampf mit dem Degen gibt es anders als beim Florett kein Vetorecht. Wer zuerst trifft, hat den Treffer. Das entspricht am ehesten dem Duell-Charakter von früher", erklärt Grünhäuser. Vor 17 Jahren hat die selbstständige Einzelhandelskauffrau mit einem kleinen Toto- und Lotto-Laden im Trierer Stadtteil Kürenz dann auch die B-Trainerlizenz erworben und sich in Theorie und Praxis "fechtspezifisch" ausbilden lassen. Nachdem sie als Übungsleiterin in Wittlich mit dem Nachwuchs gearbeitet hat, gehört sie als Aktive und als Trainerin jetzt dem Trierer Post-Sportverein (PST) an. Zweimal die Woche übt sie, neben Maître Eric Meyer und Übungsleiter Rüdiger Faust, mit den jungen Nachwuchsfechtern das kleine ABC der Fechtkunst: Beinarbeit, Schnelligkeit, Reflexbewegungen und Koordination. Careen Grünhäuser ist stolz, neben zwei hauptberuflichen Fechtern die Dritte im Trainerteam zu sein. "Es ist ein großer Luxus, dass wir zwei hauptamtliche Trainer haben. Das macht schon großen Spaß, mit denen zusammenarbeiten und sich so einiges abzuschauen", erzählt die Fachfrau. "Die Beinarbeit ist die Grundlage. Aber wir lernen mit den Kindern eher spielerisch. Nach zehn Minuten Technikübung schalten die sowieso ab", schmunzelt sie. Der PST Trier bietet fünf- bis neunjährigen Kindern, die Fechten lernen wollen, immer freitags von 13.30 bis 15.30 Uhr (außer in den Schulferien) ein Schnuppertraining im Sportzentrum des FSV Tarforst in der Kohlenstraße an.

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