LKW verwandeln A 64 in Trümmerfeld

TRIERWEILER. Chaos gestern auf der A 64 bei Trierweiler: Nach der Kollision zweier LKW war die Fahrbahn in Richtung Trier blockiert - Hunderte Autofahrer saßen zunächst in der Falle.

Begonnen hatte es gegen 6 Uhr mit einem Reifenplatzer an einem französischen Sattelzug, der von Luxemburg kommend in Richtung Trier fuhr. Etwa 300 Meter vor dem Parkplatz Markusberg stellte der Fahrer seinen mit Weißblech beladenen 40-Tonner auf dem Seitenstreifen ab. Der 48-jährige Franzose war noch nicht ausgestiegen, als von hinten das Unheil in Form eines mit Buntmetallrollen beladenen zweiten 40-Tonners nahte. Ungebremst krachte dieser Sattelzug auf den stehenden LKW und verwandelte die A 64 in Sekundenschnelle in ein Trümmerfeld.Sekundenschlaf als mögliche Ursache

Der Fahrer, ein 46-Jähriger aus Sachsen, wurde mit schweren Verletzungen in seinem total deformierten Führerhaus eingeklemmt. Sein französischer Kollege kam mit leichten Verletzungen davon. Später berichteten entsetzte Augenzeugen, dass der deutsche Laster bei voller Fahrt immer weiter nach rechts geraten und schließlich auf das stehende Hindernis geprallt war. Peter Henning von der Autobahnpolizei Schweich: "Wir schließen nicht aus, dass der Fahrer in einen Sekundenschlaf gefallen war." Der Unfall brachte in kurzer Zeit die Feuerwehren aus Langsur, Newel und Welschbillig auf den Plan, die den Verunglückten mit der Rettungsschere befreiten. Anschließend wurde er vom Trierer Notarzt in ein Krankenhaus begleitet. Dass die Helfer so schnell den Unfallort erreichten, war auch der Umsicht Hunderter von Autofahrern zu verdanken. Einsatzleiter Henning: "Ich habe selten erlebt, dass so vorbildlich eine Rettungsgasse gebildet worden ist." Von den LKW und ihrer Ladung blieb nur Schrott übrig. Außerdem wurde das Erdreich neben der Fahrbahn mit Hunderten Litern Diesel durchtränkt und muss abgebaggert werden. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf über 500 000 Euro. Der Stau, darunter rund 160 LKW, erreichte hinter der Unfallstelle nach kurzer Zeit den Grenzübergang Mesenich. Die "mitgefangenen" PKW-Fahrer durften gegen 6.30 Uhr wenden und zum Grenzübergang zurückfahren. Von dort mussten sie sich dann über die Landstraße "durchschlagen". Die LKW-Fahrer saßen bis zum Ende der Sperrung gegen 13 Uhr fest. Geduld benötigten auch die nachfolgenden Brummifahrer: Sie wurden von der luxemburgischen Polizei am Grenzübergang oder schon bei Machern von der Autobahn zum Übergang Grevenmacher geleitet, vor dem sie dann einen zehn Kilometer langen Stau bildeten. Wegen dieses Nadelöhrs wurde der Verkehr in Trier angeblich nicht belastet. "Wir hatten nur die üblichen Baustellen-Staus", berichtete die Polizei. Im Widerspruch dazu stand aber gegen 14 Uhr ein langer Stau auf der Luxemburger Straße - vermutlich gebildet von A-64-Ausweichern aus Richtung Wasserbillig. Wegen der Erdarbeiten kann die Unfallstelle heute nur einspurig passiert werden.