Loebstraße: Baubeschluss für Januar geplant

Loebstraße: Baubeschluss für Januar geplant

Gerüchte, dass das Land nach den Verzögerungen beim Ausbau der Loebstraße nun seine Zuschüsse verweigere, stimmen offenbar nicht: Die Loebstraße steht nach wie vor auf der Förderliste des Mainzer Verkehrsministeriums.

Trier. Ein Anlieger der Loebstraße hatte das Gerücht aufgebracht: Da das Land angekündigt habe, insbesondere beim Straßenausbau zu sparen, gehöre auch die Loebstraße nicht mehr zu den Zuschussprojekten. Nach Recherchen des Trierischen Volksfreunds stimmt das nicht: Auf der aktuellen Zuschussliste des Verkehrsministeriums findet sich die Loebstraße unter der Projektnummer 2008 023 100. Im Jahr 2012 soll Trier 100 000 Euro für den Ausbau der Straße erhalten, 2013 dann 200 000 Euro und in den Folgejahren 355 000 Euro. Macht zusammen 655 000 Euro Zuschuss für den ersten Bauabschnitt, der 1,5 Millionen Euro kostet. Insgesamt sind vier Bauabschnitte geplant, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund vier Millionen Euro. "Statt dem üblichen Zuschuss von 60 Prozent zu den förderfähigen Kosten rechnen wir insgesamt sogar mit 65 Prozent, und zwar auch für den neuen Radweg - das hat das Land uns angesichts unserer desaströsen finanziellen Haushaltslage zugesagt", wischt Triers Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani Bedenken vom Tisch, das Land könne seine Förderzusage zurückziehen. Richtig sei, dass der Zuschuss neu beantragt werden müsse. Ein Streit zwischen Stadt und Anliegern hatte den Baubeginn jahrelang verzögert. Der alte Bewilligungsbescheid ist deswegen nicht mehr gültig.
"Einen neuen Förderantrag müssen wir aber auch stellen, weil es Veränderungen bei den Bauplänen gibt", sagt Kaes-Torchiani. Zum Beispiel, weil die Stadtverwaltung nachträglich zusätzliche Standstreifen für LKW eingeplant hat. Die Anlieger hatten sich zuvor beschwert, dass die nach dem Ausbau nur noch 6,50 Meter breite Fahrbahn zu schmal für das Be- und Entladen von LKW und deren Ein- und Ausfahrt auf die Grundstücke sei.
Konkrete Pläne in Arbeit


Den Bebauungsplan Loebstraße, inklusive Nachbesserungen, hatte der Stadtrat im vergangenen September gefasst. Auf Grundlage dessen entwickeln zurzeit Ingenieure Pläne für den konkreten Straßenausbau. "Wenn dann jeder Meter geplant ist, kann der Stadtrat den Baubeschluss fassen - vermutlich im Januar", erklärt Baudezernentin Kaes-Torchiani. Anschließend können die Aufträge an die Firmen ausgeschrieben werden und die Bauarbeiten beginnen.
Zumindest, sofern die Anlieger nicht noch mal dazwischen funken: "Wir arbeiten weiter daran, den Ausbau in der von der Stadt geplanten Form zu verhindern", erklärte Wolfgang Natus, Geschäftsführer der Natus Betriebsgrundstücks GmbH & Co. KG, erneut auf TV-Anfrage.
Dabei hat die Mehrheit der mittlerweile aufgelösten Anlieger-Interessengemeinschaft - inklusive der Handwerkskammer - den nachgebesserten Ausbauplänen zugestimmt. Und auch Natus\' Sohn Frank, Geschäftsführer der Natus GmbH & Co. KG in direkter Nachbarschaft der Firma seines Vaters, hält die städtischen Pläne für einen "vertretbaren Kompromiss".
"Aber etwa ein halbes Dutzend anderer Anlieger ist weiterhin strikt dagegen", sagt Natus senior. Mit einem neuen "Obergutachten" eines renommierten Verkehrsbüros wolle man nun noch einmal auf die kritischen Punkte aufmerksam machen: "Zum Beispiel, dass der geplante neue Radweg weder am Verteilerkreis Trier-Nord noch am anderen Ende, vor der Ruwerer Brücke, Anschlussstellen hat, sondern im Nichts endet und daher für Radfahrer eine Gefahr darstellt", sagt Natus. Das Gutachten will Natus innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate vorlegen.
Eine rechtliche Frage ist derweil noch ungeklärt: Firmeninhaber Wolfgang Natus will ein Gelände, das er der Stadt vor Jahren abgekauft hat und das notwendig ist für den Straßenausbau, nicht zurückgeben. Offenbar hat die Stadt ihr Rückkaufrecht in dem damaligen Kaufvertrag tatsächlich nur unzureichend festgeschrieben (der TV berichtete). "Sollte die Stadt mit Bauarbeiten auf diesem Grundstück beginnen, kommt sofort eine einstweilige Verfügung, dass sie das auf unserem Grundstück zu unterlassen hat", erklärt Natus.

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