Loebstraße: Mainz muss Zuschuss neu gewähren - Baubeginn erst 2013

Trier · Die Planungen für die Komplettsanierung der Loebstraße sind so weit gediehen, dass der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag den Baubeschluss fassen will. Die Entscheidung im Stadtrat folgt im Mai. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Frühjahr 2013.

 Seit Jahren muss die Asphaltdecke der Loebstraße ausgebessert werden. Die Komplettsanierung verschiebt sich wohl auf 2013. (Archivfoto)

Seit Jahren muss die Asphaltdecke der Loebstraße ausgebessert werden. Die Komplettsanierung verschiebt sich wohl auf 2013. (Archivfoto)

Foto: Friedemann Vetter

Jahrelang haben Stadt und Anlieger um den Ausbau der Loebstraße gerungen. Der Baubeschluss war zuletzt für Januar geplant. Doch erst am Donnerstag steht die Entscheidung auf der Tagesordnung des Bauausschusses, der Stadtrat soll in seiner Mai-Sitzung zustimmen. Durch die Verzögerung verschiebt sich der Baubeginn wohl über die magische Jahresgrenze. "Es sei denn, wir haben einen sehr milden Winter, dann könnten wir eventuell noch dieses Jahr loslegen", sagt Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani.

Erster Vermessungstermin

Um sich mit den Anliegern zu einigen, wurden die Baupläne mehrfach geändert. Unter anderem wurde der Radweg so verlegt, dass möglichst viele Parkplätze erhalten bleiben auf dem Streifen zwischen Loebstraße und Autobahn. Dazugekommen ist eine zusätzliche Standspur. Sie soll ermöglichen, dass trotz der Verschmälerung der Fahrbahn von rund elf Metern auf 6,50 Meter LKW ohne größere Rückstaus be- und entladen werden können.

Wegen der Umplanungen müssen die Landeszuschüsse neu beantragt werden. "Wenn der Stadtrat am 3. Mai den Baubeschluss fasst, werden wir am 4. Mai den Förderantrag nach Mainz schicken", sagt Kaes-Torchiani. "Ich rechne fest damit, dass wir den Zuschuss wie geplant erhalten." Wie lange das Land für die Bearbeitung der Unterlagen benötigt, liege nicht in ihrer Hand. "Aber ich gehe davon aus, dass wir wohl im Herbst die Bauarbeiten ausschreiben und erst 2013 mit den Arbeiten beginnen können."

Bis dahin muss sich die Stadt noch mit ihrem Hauptkritiker Wolfgang Natus einigen. Der Anlieger und Geschäftsführer der Natus Betriebsgrundstücks-GmbH weigert sich bislang, ein Grundstück, das für den Straßenausbau dringend benötigt wird, der Stadt zur Verfügung zu stellen. Dabei hatte die Stadt ihm vor etlichen Jahren das Areal nur unter der Voraussetzung überlassen, das Grundstück für den Straßenausbau wieder zurückzuerhalten. Zuletzt hatte Natus allerdings mit einer einstweiligen Verfügung gedroht.

Doch inzwischen scheint sich das Verhältnis gebessert zu haben: "Die Stadt ist auf mich zugekommen und wir haben mehrere Gespräche geführt", sagt Firmenchef Natus. Am Freitag sollen bei einem Vor-Ort-Termin auf dem fraglichen Gelände erste Vermessungen stattfinden. "Dann sehe ich konkret, wie viele Parkplätze wegfallen und wie die übrig bleibenden noch zu erreichen sind - danach entscheidet sich, wie ich weiter vorgehe", sagt Natus.

Extra Ausbaupläne



Die Loebstraße - wichtige Ein- und Ausfallstraße von Trier-Ruwer in die City - soll auf 1,5 Kilometern ausgebaut werden. Die Fahrbahn wird dabei auf 6,50 Meter verschmälert. Neu dazu kommt ein 2,50 Meter breiter Radweg. Insgesamt dauert der Ausbau wohl drei bis vier Jahre. "Wir bauen abschnittsweise, weil jedes Grundstück und jede Firma zu jeder Zeit erreichbar sein sollen", sagt Baudezernentin Kaes-Torchiani. Dafür wird extra eine kleinere, parallele Erschließungsstraße angelegt, deren Unterbau später für den Radweg dienen kann.

Die Gesamtbausumme beläuft sich auf vier Millionen Euro, die Stadt rechnet mit einem Landeszuschuss von gut zwei Millionen Euro. Ein eventuelles Enteignungsverfahren gegen Anlieger Natus, durch das die Stadt das notwendige Gelände in ihren Besitz bringen könnte, würde den Ausbau erneut verzögern.

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