Lösungen für Lücken im Netz

Lösungen für Lücken im Netz

Der langersehnte Entwurf für ein flächendeckendes, lückenloses Radwege-Netz in Trier ist fertig. Die Verwaltung will das mehr als 100 Seiten dicke Konzept allerdings geheim halten. Der TV kennt Details.

Einen "erheblichen Handlungsbedarf" sieht das Radwegekonzept, das ein Bonner Verkehrsplaner-Büro im Auftrag der Stadtverwaltung für Trier erstellt hat. "Große Lücken" habe das städtische Radwegenetz vor allem in der Altstadt und bei den Innenstadt-Querungen aus dem Alleenring. Zudem werde der Radverkehr in Trier uneinheitlich geführt: Mal zusammen mit Autos und LKW auf der Fahrbahn (zum Beispiel in der Hohenzollernstraße), mal auf per Grünstreifen abgetrennten Extra-Spuren (entlang des Stadtbads), mal enden Radwege im Nichts (Beispiel Hindenburgstraße). Wo Radwege gänzlich fehlten, zu schmal sind oder schadhafte Oberflächen haben, seien die "Konflikte und Gefährdungen besonders ausgeprägt". Und wo Autofahrer permanent Radwege zuparken (Beispiel Metzelstraße) würden Radler zusätzlich gefährdet. Die meisten Unfälle gibt es allerdings an Kreuzungen: Rund ein Drittel aller Unfälle mit Radlern passieren beim Einbiegen in oder Kreuzen von Knotenpunkten (130 Unfälle von 2005 bis 2007). Zweithäufigste Unfallsituation ist das Abbiegen an Knotenpunkten (54 Unfälle von 2005 bis 2007). Insgesamt wurden in den drei untersuchten Jahren 298 Radfahrer verletzt, 55 davon schwer. Todesfälle gab es nicht.

Um das Trierer Radwegenetz lückenlos und attraktiv zu machen, schlägt das Konzept Dutzende Änderungen im städtischen Straßennetz vor. Diese sollen sowohl "verkehrsgewandte" Alltagsradler als auch unsicherere Kinder, Senioren und Freizeit-Radler berücksichtigen - auch wenn "die Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen nicht durchgängig in allen Stadtbereichen erfüllt werden können".

Sechs Vorschläge für mehr Sicherheit



Für mehr Sicherheit sorgen würden laut Konzept insbesondere sechs Maßnahmen: Radfahrstreifen auf der Herzogenbuscher Straße, ein "Zweirichtungs-Radweg" entlang des Verteilerkreises in Trier-Nord, eine Mittelinsel und ein kurzer Zweirichtungs-Radweg zur Anbindung der Ruwerer Straße an den Grüneberg, Radwege im Umfeld des Schulzentrums Mäusheckerweg, Radwege entlang Luxemburger-, Kölner- und Bitburger Straße und die Entflechtung von Rad- und Autoverkehr an der Zu- und Abfahrt der Konrad-Adenauer-Brücke.

Öffentlich diskutiert werden sollen diese und die vielen anderen Empfehlungen des Radwegekonzepts nach Ansicht der Verwaltung allerdings nicht, das mehr als 100 Seiten dicke Schriftstück ist unter Verschluss: "Es ist möglich, dass Vorschläge des Radwegekonzepts nicht zu vereinbaren sind mit den anderen, noch nicht fertiggestellten Studien des Mobilitätskonzepts 2020, zum Beispiel zum Öffentlichen Personennahverkehr", argumentiert Triers Verkehrsdezernentin Simone Kaes-Torchiani. Würde man sich jetzt schon per öffentlicher Diskussion auf Details des Radwegekonzepts einschießen, könne das die spätere Abstimmung mit den anderen Mosaiksteinen des Gesamt-Verkehrskonzepts - dessen Fertigstellungsdatum noch nicht absehbar ist - erschweren.

Zudem ist der Entwurf des Radwegekonzepts unter anderem dem Straßenverkehrs- und Tiefbauamt sowie Polizei und Allgemeinem Deutschen Fahrradclub (ADFC) vorgelegt worden, deren Stellungnahmen noch in das Konzept eingearbeitet werden sollen.