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Lokalpatriotismus zum Anziehen

Lokalpatriotismus zum Anziehen

Um ein modisches Statement für die Stadt Trier zu setzen, bleibt einem bislang nichts anderes übrig, als sich ein Eintracht-Trikot überzustreifen. Das ärgert Dominik Schnell und Lars Wilbert. Daher planen sie ein Trierer Modelabel.

Trier. 84 Sekunden. So lange dauert das Bewerbungsvideo der beiden Studenten Dominik Schnell und Lars Wilbert. So viel Zeit haben sie sich gegeben, um ihre Zuschauer zu überzeugen. "Wir denken einfach, dass Trier auch in die Modelandschaft gehört", sagt Dominik Schnell aus dem Hintergrund. Im Video ist gerade der Domfreihof zu sehen. Eine Stadt als Modekonzept - das ist ihr Argument, damit soll es klappen.
Ein paar Tage später sitzen Dominik Schnell (22) und Lars Wilbert (23) in der Caf´éteria der Hochschule Trier. Von dort aus blicken sie über die Stadt, deren Motive sie modisch verarbeiten wollen, wenn sie denn genug Unterstützer gewinnen. Die beiden wollen ein eigenes Modelabel gründen, "DMNK Clothing" soll es heißen. Im Sommer sollen die ersten T-Shirts bedruckt werden, im Winter folgen vielleicht Pullis, Sweatshirts, Langarmhemden. Damit es soweit kommt, benötigen die Jungunternehmer Startkapital: 3000 Euro an Spenden wollen sie in den nächsten Wochen im Internet über die Crowdfunding-Seite "Startnext" sammeln.
"Wir müssen die Produktion der ersten T-Shirts finanzieren, dazu kommen Gebühren für die Markenrechte, den Steuerprüfer und so weiter", sagt Lars Wilbert. Der Student der Wirtschaftsinformatik kennt sich aus. Vor einigen Jahren hat er sich als Webdesigner selbstständig gemacht und weiß, welche Aufgaben mit einer Existenzgründung verbunden sind. Während Wilbert die kaufmännische Seite betreut, liegt der kreative Schwerpunkt bei Dominik Schnell. Der 22-Jährige hat zwei Semester Architekturstudium hinter sich, ab dem Sommersemester studiert er Kommunikationsdesign. "Zunächst sind drei T-Shirts mit verschiedenen Drucken geplant", sagt er. "Dabei wollen wir vor allem den Lokalpatriotismus junger Leute ansprechen." Die Kreationen richteten sich an 15- bis 25-Jährige. Mode mit Trier-Bezug werde im Streetwear-Bereich noch nicht angeboten, sagt Schnell. Erste Motive gibt es bereits. In dem Video, das die beiden zur Bewerbung ihres Projekts auf der Internetseite "Startnext" platziert haben, sind sie zu sehen.
Bis Anfang Mai haben die Studenten nun Zeit, ihr Startkapital im Internet zu zusammenzubekommen. So lange dauert die Finanzierungsphase bei "Startnext". "Zunächst ist unser Modelabel ein Projekt, um zu schauen, wie groß die Nachfrage ist", sagt Lars Wilbert. "Aber wenn es gut läuft", ergänzt sein Kollege, "dann können wir uns auch vorstellen, für einige Zeit davon zu leben."
Infos: www.startnext.de/dmnk-clothing