Lollis, Losbude und Lebkuchenherzen

Waldrach · Bürger, die Besonderes leisten, ehrt der Karnevalsverein Waldrach (KVW) seit der Session 1977/78. Den Ruwer-Riesling-Orden 2013 erhalten die Frauen von "Kränze ohne Grenzen" für ihr Engagement in einem Projekt für Kinder in Bolivien.

Waldrach. Es ist eine schöne Tradition, die närrische Session mit dem Ordensfest, der Verleihung des Riesling-Ordens, zu eröffnen. Diese Auszeichnung vergibt der Karnevalsverein Waldrach seit der Session 1977/78 an Bürger in Würdigung und Anerkennung für besondere Verdienste im und rund um das Ruwertal. Gleichzeitig wird das neue Prinzenpaar proklamiert, welches das närrische Regiment im Ort übernimmt.
Zu diesem Zweck hatte sich die Aula der Ruwertal-Schule in eine Narrhalla verwandelt. Geschmückt als Jahrmarkt der Narren mit Zuckerstangen, Lebkuchenherzen, Lollis, Popcorn und einer Bühne mit Los- und Schießbude sowie einem Stand mit Süßigkeiten startete das närrische Karussell in ein buntes Programm. Jugend- und Kindergarde, Tanzmariechen, die Verabschiedung des alten und Proklamation des neuen Prinzenpaares, Schunkellieder und der gemeinsame Gesang des KVW-Liedes sorgen für hervorragende Stimmung von der ersten Minute an.
Das neue Prinzenpaar Frank I. (Hau) und Reinhilde I. (Hau) übernahmen vom Ortsbürgermeister Heinfried Carduck den Schlüssel der Gemeindekasse für die Dauer der närrischen Zeit. Nun wurde mit viel Spannung erwartet, wer in diesem Jahr mit dem Riesling-Orden geehrt wird.
Abtauchen in den Keller


Geheimnisvoll begann Daniela Wagner mit der Laudatio: "Sie sind Frauen. Sie sind befreundet. Einmal im Jahr verlassen sie Kinder, Männer und Haus und treffen sich regelmäßig jeden Tag fast einen Monat lang. Sie tauchen ab, in den Keller von einer von ihnen, ganz freiwillig, obwohl sie keinen Grund haben, sich zu verkriechen."
Das Rätsel wird schnell gelöst. Der Ruwer-Riesling-Orden des Jahres 2013 geht an die Kranzbinderinnen "Kränze ohne Grenzen". Was genau steckt hinter dieser Aktion, und warum haben gerade die Frauen den Orden verdient?
Es begann vor zwölf Jahren. Damals berichtete Gemma Klar, dass der Indienverein des Auguste-Viktoria-Gymnasiums in Geldnot sei. Die Frauen überlegten, wie sie helfen konnten, und so wurde die Idee geboren, mit Selbstgemachtem Geld zu verdienen. Im November, mit Blick auf die Vorweihnachtszeit, bot es sich natürlich an, Adventskränze zu binden. Der Erlös von 50 Kränzen konnte gespendet werden. Inzwischen fertigen die Frauen 300 Kränze und unterstützen damit ein Projekt von Daniela Wagner in Bolivien, das Kinder mit Milch, Medikamenten und Schulbildung versorgt. Wagner beendet ihre Laudatio: "Ihr habt den Orden wirklich verdient."