Lotte Frach darf jubeln

TRIER. Die Politikwissenschaftlerin Lotte Frach ist mit dem ersten Trierer Alumni-Förderpreis geehrt worden. Sie erhielt die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen eines Treffens von Absolventen des Studiengangs Politikwissenschaft an der Universität Trier.

Wer den ersten Förderpreis des Vereins Politikwissenschaft Trier für die beste politikwissenschaftliche Magisterarbeit des vergangenen Jahres erhalten würde, blieb bis zum Schluss ein gut gehütetes Geheimnis. Sechs junge Wissenschaftler waren nominiert. Entsprechend groß war die Spannung, als Laudator Theo Sommer, langjähriger Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit" und selbst promovierter Politologe, ans Rednerpult trat. Jubeln durfte schließlich Lotte Frach, die über das Thema "Konvergenz der politischen Gestaltung von Finanzmärkten?" geschrieben hatte. Neben dem Inhalt habe vor allem ihre verständliche Sprache die Jury überzeugt, sagte Sommer. Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde von Absolventen des Studiengangs Politikwissenschaft an der Universität Trier gestiftet, die sich in einem Alumni-Verein zusammengeschlossen haben. Ziel ist eine Vernetzung untereinander sowie die Unterstützung ihres ehemaligen Fachbereichs. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen des dritten Alumni-Jahrestreffens statt. Zuvor hatte Sommer einen Festvortrag zum Thema "Neue Weltordnung - Neue Weltunordnung" gehalten. Zentrale These: Während in den Jahrzehnten des Kalten Krieges die USA und die Sowjetunion die beiden Pole einer "bipolaren" Ordnung bildeten, entwickelt sich derzeit ein "multipolares" System, in dem viele wichtige Akteure nebeneinander stehen - neben den USA und Russland beispielsweise die EU und China. Sie müssten lernen, dass keiner von ihnen alleine mit Herausforderungen wie dem islamistischen Terrorismus, der Armut in weiten Teilen der Welt oder der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen fertig werden könne.Strommarkt und Staatsversagen

Für den Alumni-Förderpreis waren zudem folgende Trierer Politikwissenschaftler nominiert: Benjamin Lesch (Thema der Magisterarbeit: Europäisierung und Liberalisierung des deutschen Strommarktes), Ruth Linden (Die Initiative der EU in Iran), Franziska Merkel (Das Phänomen des Staatsversagens in Kolumbien), Frank Welker (Politische Partizipation von Studierenden der Universität Trier) und Raimund Wolf (Britische Entwicklungspolitik seit den 1990er-Jahren).