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Luft im Trierer Hafen wird besser

Luft im Trierer Hafen wird besser

Der Staubniederschlag im Trierer Hafen ist deutlich gesunken - so steht es in einem aktuellen Messbericht des Landesumweltamts. Vor allem im angrenzenden Pfalzel werden die Messwerte eingehalten. Hans-Jürgen Wirtz vom Bürgerverein Pfalzel bestätigt: "Der Bericht ist korrekt, aus unserer Sicht stimmen die Werte."

Trier. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hatte die Messungen in Auftrag gegeben, um die Wirksamkeit der im Hafenbereich ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu überprüfen. Ende vergangener Woche legte die Behörde die Ergebnisse vor.

Das Problem
: Im Trierer Hafengebiet sitzen Transport- und Umschlagbetriebe sowie Unternehmen der Schwerindustrie, deren Produktionsabläufe angrenzende Wohngebiete wie Pfalzel mit Luftverunreinigungen und auch Lärm belasten (der TV berichtete mehrfach). Die SGD Nord bestätigt: "Diese Belastungen führten in der Vergangenheit zu teilweise erheblichen und unzulässigen Umwelteinwirkungen und letztendlich auch zu berechtigten Beschwerden."

Die Reaktion: Die SGD Nord hat mehrmals Immissionsmessungen durchführen lassen und auch die Zentrale Expertengruppe Umweltschutz (Zeus) nach Trier geschickt. Sowohl 2004 als auch 2007 stellten die Umweltexperten fest, dass die zum Schutz der Gesundheit geltenden Grenzwerte zwar deutlich eingehalten wurden, dass aber die Niederschlagsgrenzwerte für Schwermetalle inner- und außerhalb des Industriegebietes zum Teil erheblich überschritten waren. Ebenso ergaben sich Überschreitungen der Orientierungswerte für Dioxine und Furane.

Die Grenzwerte: Hier stellt sich die Frage, wieso die Gesundheit der Mitarbeiter im Hafen und der Bewohner der angrenzenden Stadtteile bei derartigen Überschreitungen nicht gefährdet ist. Das Umweltministerium erklärt diesen Effekt so: "Die Einhaltung der Grenzwerte soll verhindern, dass schädliche Bodenveränderungen entstehen. Wegen der nur kurzen Verweildauer der Staubteilchen in der Luft besteht auch bei einer Überschreitung der Grenzwerte keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung." Im Klartext: Erst wenn sich die Schwermetallteilchen dauerhaft im Boden festsetzen, wird es wirklich gefährlich.

Die Änderungen: Die SGD Nord hat nach ihren Untersuchungen viele Änderungen veranlasst. Im derzeit stillstehenden Elektrostahlwerk wurden die Schmelztechnik, die Abgasreinigungstechnik sowie die Schlackebehandlung vollständig erneuert. In einem Schrottverwertungsbetrieb wurden Verfahrenstechniken und Betriebsabläufe erheblich verändert und wirksam verbessert.

Die neuen Messungen: Nachdem diese Projekte umgesetzt waren, rückte das Landesumweltamt 2012 und 2013 wieder an, um die Staubniederschläge zu messen.
Neben dem Niederschlag an Gesamtstaub wurden auch die Schwermetallanteile von Blei, Cadmium, Arsen und Nickel bestimmt. Die Anteile an Eisen- und Zinkstäuben im Niederschlag, für die es jedoch keine Grenzwerte gibt, wurden ebenfalls ermittelt. Die Messung der Niederschläge der Dioxine und Furane erfolgte laut dem Bericht der SGD Nord an zwei repräsentativen Stellen, einmal im Wohngebiet Trier-Pfalzel und einmal im Industriegebiet.

Das Ergebnis: An allen Messstellen wurden gegenüber der Untersuchung in 2007/2008 deutlich niedrigere Werte gemessen. Außerhalb und innerhalb des Industriegebietes wurden alle Grenzwerte für Staub und Schwermetallstäube sicher eingehalten.
Auch im Wohngebiet Trier-Pfalzel wurde der neue, im letzten Jahr reduzierte Orientierungswert für Dioxine und Furane eingehalten. Am Messpunkt im Industriegebiet wurde dieser Orientierungswert jedoch überschritten. "Hier besteht noch Handlungsbedarf", meldet die Landesbehörde.

Der Bürgerverein: Hans-Jürgen Wirtz und seine Mitstreiter vom Bürgerverein Pfalzel setzen sich seit Jahren mit dem Schadstoffproblem auseinander. "Ich kenne den Bericht", sagt Wirtz im Gespräch mit dem TV. "Wir haben solche Ergebnisse erwartet. Es macht sich natürlich deutlich bemerkbar, dass das Stahlwerk lange nicht produziert hat."

Das Stahlwerk: Das Werk hatte im November 2011 Insolvenz beantragt. Im Mai 2012 wurde die Produktion eingestellt. Das Landesumweltamt hatte das Stahlwerk und die Theo Steil GmbH 2006 als Hauptverursacher von Schwermetallbelastungen festgestellt.
2010 lobte die Zentrale Expertengruppe Umweltschutz beide Großbetriebe. Sie haben nach Ansicht der Umweltexperten nahezu alle der 2006 vorgeschlagenen Maßnahmen zur Senkung der Emissionen umgesetzt.