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Luxuswohnungen in Ex-Gärtnerei

Luxuswohnungen in Ex-Gärtnerei

Eine Ära endet, eine neue beginnt: Nach 119 Jahren hat das Familienunternehmen Schmitt seine Gärtnerei in der Schützenstraße aufgegeben. Auf dem rund 2300 Quadratmeter großen Gelände im Ostviertel entsteht bis Anfang 2011 der 6,8 Millionen Euro schwere "Wohnpark Theater Maximus".

Trier. Die Trauer hält sich in Grenzen: "Es geht ja nicht anders", sagt Rudolf Schmitt (69). 1890 hatte sein Großvater Baptist Schmitt den Gärtnereibetrieb auf dem Anwesen Schützenstraße 34 gegründet. Jetzt sind die Gewächshäuser verwaist. Ab kommender Woche verschwinden sie ganz von der Bildfläche. Rudolf Schmitt und seine Frau Ingrid (67) haben das Gartengelände, für das kein neuer Betreiber zu finden war, verkauft. Der Fortbestand des Familienunternehmens in der vierten Generation ist dennoch gesichert. Das Blumengeschäft direkt an der Schützenstraße führt Tochter Tanja (39) weiter.

Hinter dem Anwesen Schmitt, wo früher Blumen wuchsen, reifen jetzt Eigenheim-Pläne. Die Projektentwicklungs-Gesellschaft Kohlhaas hat das 2305-Quadratmeter-Areal erworben, um dort eines der größten innerstädtischen Wohnbauprojekte der vergangenen Jahre zu realisieren. "Theater Maximus" nennen Michael Kohlhaas (44) aus Nonnweiler und Partner Engelbert Michels (67; Merzig) ihr 6,8 Millionen Euro schweres Vorhaben in Anspielung auf die historische Bedeutung des Ortes. Er befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Circus Maximus, der Pferderennbahn des römischen Trier.

Deshalb rücken vor den Bauleuten erst einmal Archäologen an. Bis zu einem halben Jahr untersucht das Rheinische Landesmuseum das geschichts trächtige Gelände auf antike Hinterlassenschaften. Vertraglich vereinbart ist die Freigabe des ersten Bauabschnitts zum 30. November. Dann soll der Bau des dreigeschossigen Komplexes mit Staffelgeschoss starten. 22 Eigentums-Wohnungen über einer Tiefgarage mit 29 Stellplätzen sehen die Pläne der Arbeitsgemeinschaft Christian-Bauer-Architekten (Luxemburg) und Manfred Müller & Partner (Trier) vor. Die Größen reichen von 98 bis 145 Quadratmetern. Die Exklusivität der Wohnlage im begehrten Ostviertel und die hochwertige Ausstattung haben ihren Preis. Zwischen 288 000 und 410 000 Euro kosten die Wohnungen. Kohlhaas, gebürtiger Osburger und bis 2005 in Diensten der Triwo AG (Projektleiter für Volksbank-Zentrale, Markthalle, die Wohnanlage auf dem Ex-Brauereigelände Bergstraße und Praktiker-Baumarkt) zeigt sich dennoch vom Erfolg überzeugt: "Nach der ersten Bürgerinformation im Januar hatten wir 46 Anfragen, seither sind einige dazugekommen. Außerdem gibt es erste verbindliche Vorreservierungen, obwohl wir erst in der kommenden Woche in die offizielle Vermarktung gehen." Weihnachten 2010 sollen die ersten Wohnungsbesitzer bereits im neuen Zuhause feiern können. Bis Frühjahr 2011 soll das Projekt komplett abgeschlossen sein.