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Märchenhaftes Finale für Weihnachtsmarkt

Märchenhaftes Finale für Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt im Innenhof des Föhrener Schlosses von Rudolf Reichsgraf von Kesselstatt gehört für viele Menschen aus der Region zum Advent wie rote Kerzen und Plätzchenbacken. Am Wochenende haben Tausende Besucher zum neunten und gleichzeitig letzten Mal das vorweihnachtliche Erlebnis genossen.

Liebhaber des Föhrener Weihnachtsmarkts werden das besondere Ambiente vermissen: Flackernde Kerzen säumen den Weg zum Schlossinnenhof der Grafenfamilie. Hinter dem weihnachtlich geschmückten Torbogen erwarten die Gäste 17 mit Tannenzweigen und Lichterketten geschmückte Holzbuden.

Davor stehen gut gelaunte Menschen zusammen, unterhalten sich, stöbern und wärmen ihre Hände an heißen Glühweintassen. Ein paar Meter weiter genießen sie Wildspezialitäten am "Wilden Imbiss" und freuen sich an der Musik, die mal von der "Unplugged Gang", die freitags zur After Work Party spielt, und mal klassisch weihnachtlich von Chören und Orchestern aus der Region kommt.

Aber nicht nur vor, auch in den Buden ist die Stimmung gut: Standbetreiber bieten Schmuck aus Perlen und Filz an, verkaufen Produkte aus der Föhrener Partnergemeinde Monéteau, im lodernden Feuer gebackene Waffeln oder selbst gemachte Plätzchen.

Ruth Mattes-Schmit freut sich über den regen Absatz ihrer Tortellini. "Der Erlös geht an den Schweicher Verein Nachbar in Not", erzählt sie. Auch der neunte Markt bleibt fernab von weihnachtlichem Kitsch und kommt bei den Besuchern gut an. Einziger Wermutstropfen: Es ist das letzte Mal, dass die Holzbuden rund um das Schloss Föhren aufgestellt wurden. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagt Gräfin Alexandra Kesselstatt. Der Weihnachtsmarkt im Schloss bedeutet für die Grafenfamilie eine Vorbereitungszeit von drei Wochen. Alle Jahre wieder hat sie mit rund zwanzig Freunden die Organisation des Marktes gestemmt. Und von Jahr zu Jahr ist der Beliebtheitsgrad gestiegen, immer mehr Besucher kamen nach Föhren. "Wir haben unsere persönliche Grenze erreicht", erklärt die Gräfin den Entschluss, aufzuhören. Die Familie will sich aber nicht ganz zurückziehen, "sondern kleine, feine Adventsveranstaltungen anbieten".

Musiker Erich Fahl von der "Unplugged Gang" hatte während seines Auftritts schon einen Wunsch an die Gemeinde gesendet. "So wie ich die Föhrener Jungs kenne, wird es weitergehen", verkündete er ins Mikrofon. Der Wille scheint da zu sein. Jürgen Reinehr, Ortsbürgermeister in Föhren, wollte sofort zuschlagen, als er hörte, dass die Kesselstatts ihre Holzbuden zum Verkauf anbieten. Weil er jedoch zunächst den Weihnachtsmarkt der französischen Partnergemeinde Monéteau besuchte, kam sein Anruf zu spät. "Die Holzstände waren schon verkauft."

Mit Hilfe der Ortsvereine könne er sich jedoch vorstellen, im nächsten Jahr auf der Zufahrt zum Schloss im Bereich von Heimatmuseum und Viezkelterstation einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. Dann erfüllt sich vielleicht der Wunsch vieler Besucher nach einer Fortsetzung des Budenzaubers 2011.