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Mahnwache für Terroropfer: Je suis Charlie – auch in Trier

Mahnwache für Terroropfer: Je suis Charlie – auch in Trier

Auch die Menschen in Trier setzen ein Zeichen gegen den Terror und für das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit. Die Mahnwache auf dem Hauptmarkt am Montagabend war auch ein stilles Symbol für die Solidarität mit den Opfern des Terrors in Paris.

"Je suis Charlie" - 200 A4-Kopien mit diesem neuen Sinnspruch für die Ablehnung von Terror und Rassismus hatte der Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Universität Trier am Montagabend auf den Trierer Hauptmarkt mitgebracht. Sie waren schnell vergriffen, denn die kurzfristig über die Medien und soziale Netzwerke verbreitete Nachricht der Mahnwache im Herzen Triers hatte sich am Montag schnell verbreitet.

Grundwerte verteidigen

"Jeder in Deutschland saß am Sonntag vor dem Fernseher und hat verfolgt, wie machtvoll die Solidaritätskundgebung dort war", hatte Asta-Sprecherin Elena Przybylski am Nachmittag ihre Motivation beschrieben, auch in Trier eine Mahnwache zu organisieren. "Als basisdemokratisch gewähltes Gremium mussten wir einfach etwas tun, wenn demokratische Grundwerte wie durch diese Terroranschläge angegriffen werden."

Eine schnelle Genehmigung der Kundgebung war vonseiten der Stadtverwaltung kein Problem. "Jeder darf natürlich Blumen und Kerzen für unser solidarisches Gedenken mitbringen", sagte die 23-Jährige im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Dieser Wunsch wurde zumindest im Bezug auf Kerzen erfüllt. Auf den Stufen des Marktkreuzes abgestellt, gaben sie dem ansonsten sehr dunklen Veranstaltungsort ein wenig Licht.

Obwohl so kurzfristig noch keine Absprachen mit anderen Gruppen und Organisationen möglich waren, kamen deren Aktive und viele weitere Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft, um zu trauern und für eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit zu demonstrieren. "Wir wollen diese Veranstaltung auch dafür nutzen, um mit den anderen Gruppen ins Gespräch zu kommen", versicherte die Asta-Sprecherin.

Nach Absprache mit einigen Professoren der Universität, die sich ebenfalls an der Initiative für die Mahnwache beteiligt hatten, gab es keine langen Reden. Weil aber am Abend auch die konstituierende Sitzung des Studierenden-Parlaments anstand, war es dem stellvertretenden Asta-Sprecher Lukas Leinen vorbehalten, die wenigen Worte zu sprechen, die diese Mahnwache begleiteten: "Heute Abend zählt einzig und allein, dass wir uns in aller Symbolkraft solidarisch mit möglichst vielen Menschen zusammenfinden und in stiller Trauer in einer Einheit beisammenstehen." Extra

Auch das Ensemble des Stadttheaters Trier zeigt Solidarität: "Kunst ist eine Tochter der Freiheit" - mit diesem bezeichnenden Zitat von Friedrich Schiller sind Intendant Gerhard Weber und weitere Mitglieder der Theaterleitung sowie die Ensembles am Wochenende vor den Vorstellungen gemeinsam auf die Bühne getreten. Sie solidarisierten sich auf diese Weise mit der Bewegung "Je suis Charlie". Zudem brachten sie ebenso wie viele weitere Theater und Orchester in Europa ihre Trauer um die getöteten Opfer der Terroranschläge und die Angehörigen zum Ausdruck und verwiesen darauf, dass es auch für die Kunst nicht ohne Weiteres möglich ist, kommentarlos zur Tagesordnung zurückzukehren. Weitere Kurzansprachen sollen vor den nächsten Vorstellungen folgen. red

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