Malteser retten um die Wette

Beim 17. Bundeswettbewerb des Malteser Hilfsdiensts in Trier haben 400 Sanitäter ihr Können unter Beweis gestellt. In der Kategorie Jugend landete das Team aus Konz auf einem hervorragenden dritten Platz.

Trier. Rußverschmierte Gesichter, Brandblasen auf Armen und Wangen, Panik in den Augen: Acht junge Menschen schreien und weinen vor Schmerzen, laufen aufgeregt und ziellos umher. Es herrscht Chaos.

Grund: Im Chemieunterricht ist bei einem Experiment mit Gasflamme eine Stoffmischung explodiert. Sofort sind die Schulsanitäter alarmiert worden. Als sie am Unfallort eintreffen, eskaliert die Lage. Aber sie bleiben ruhig, handeln überlegt, beruhigen die schockierten Menschen, kümmern sich um die Verletzten. Die Helfer legen Verbände an, lagern Beine hoch, reden mit den Opfern.

Diese gestellte Szenerie bietet sich den Teilnehmern am 17. Bundeswettbewerb des Malteser Hilfsdiensts, auch Deutsche Sanitäter-Meisterschaft genannt. 400 Malteser sind aus ganz Deutschland angereist - von Bayern bis Kiel, von 13 bis 63 Jahren.

Die angenommenen Notlagen sind vielfältig: ein Unfall in einem Chemiewerk, ein verletzter Skateboardfahrer, ein Unfall mit einem Rollerfahrer, ein Schüler, der in eine Glastür gelaufen ist und der Hausmeister, der ohne Herzschlag zusammengebrochen ist. Die Malteser haben alle Hände voll zu tun.

350 Einsatzkräfte hinter den Kulissen



Auch die Jungen und Mädchen von der Konzer Malteser-Jugend sind im Einsatz. Eine Frau ist mit ihrem Ring am Fahrrad hängen geblieben, als sie es reparieren wollte. "Mein Finger ist weg", schreit sie mit schmerzverzehrtem Gesicht, hält sich die Hand, Blut quillt hervor.

"Ich bin von den Maltesern, ich möchte Ihnen helfen", sagt Hendrik Pütz (16), der mit Felix Kraft (15) und Judith Schuster (15) der Frau zu Hilfe eilt. Wie die erwachsenen Retter machen sie ihre Sache gut. Sehr gut sogar, denn im Endergebnis schaffen die Konzer als Drittplatzierte den Sprung aufs Siegertreppchen.

"Für uns ist das hier auch ein Großeinsatz", sagt Matthias Krämer, Diözesanausbildungsreferent aus Trier und an diesem Tag Chef von mehr als 350 Maltesern hinter den Kulissen. Allein 90 von ihnen sind im Kochteam. Es gibt Schiedsrichter, Lotsen und Verletztendarsteller, darunter die Lotus-Gruppe aus den Niederlanden.

9,8 Liter Kunstblut, 660 Verbandpakete



9,8 Liter Kunstblut werden verbraucht, 660 Verbandpakete, 900 Würstchen, 510 Kilogramm Gemüse, 260 Kilogramm Fleisch werden zubereitet, 8275 Brötchen ausgegeben.

Vor allem aber ist es das Teamerlebnis, anderen Menschen helfen zu können und Verantwortung zu übernehmen, was die rund 1000 Malteser trägt. "Wir haben keine Einzelkämpfer", sagt Krämer. Den Wettkämpfern kommt es in erster Linie nicht auf den Sieg an, auch wenn sie dafür Monate lang trainiert haben. Sophia Ruß (23) und Sophie Zwosta (20) aus Bamberg: "Die Gemeinschaft macht die Malteser und diesen Tag aus." EXTRA Ergebnisse: In Gruppen von sechs bis acht Personen müssen die Teilnehmer der Sanitäter-Meisterschaft jeweils zwischen neun und 14 Stationen absolvieren. Die Aufgaben reichen vom Wissenstest über Konditionstraining bis zum Unfall mit mehreren Verletzten. Schiedsrichter beurteilen die Leistungen. Die Bestplatzierten, Kategorie Erwachsene: 1. Aachen, 2. Saarbrücken, 3. Traunstein. Malteser Jugend: 1. Bamberg, 2. Augsburg, 3. Konz. Schulsanitäter: 1. Berlin, 2. Kiel, 3. Augsburg. (cofi)