1. Region
  2. Trier & Trierer Land

"Man kann mit Milch Geld verdienen"

"Man kann mit Milch Geld verdienen"

Milchshakes standen bereit zur Begrüßung; bei der Jahrestagung der Milchwirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz (Milag) in Trier wurde nicht mit Sekt angestoßen. Vielmehr wurde über die aktuelle Situation in der Milchwirtschaft gesprochen sowie Milcherzeuger, -verarbeiter und -produkte ausgezeichnet.

Trier. "Ruhe am Milchregal" forderte Helmut Stuck vom Landesverband westdeutscher Molkereifachleute und Milchwirtschaftler bei der Jahrestagung der Milag in Trier in der aktuellen Diskussion um den Milchpreis. Mit 34 und 35 Cent pro Liter liege dieser in den rheinland-pfälzischen Molkereien gut einen Cent über dem Bundesdurchschnitt, informierte Landwirtschaftsminister Hendrik Hering.

Empört habe ihn der ruinöse Preiskampf des Lebensmittel-Einzelhandels. Hochwertige Milchprodukte seien nicht zum Nulltarif zu haben, betonte Hendrik. Der Verbraucher habe sehr preissensibel reagiert. So sei der Absatz von Milch um 13 Prozent gesunken. "Das ist viel mehr, als die Landwirtschaft durch Quotenregelung erreichen könnte", fügte er hinzu.

Dass der Quotenausstieg 2015 kommen werde, daran lasse die EU keinen Zweifel, wie die Entscheidung in Brüssel, die Quote um ein Prozent zu erhöhen, gezeigt habe. "Es ist sinnlos, dass wir uns national beschränken. Davon werden nur andere profitieren." Denn die Grundtendenz auf dem Milchmarkt sieht der Minister trotz der derzeitigen Marktschwäche positiv. Wachsende Weltbevölkerung, veränderte Konsumgewohnheiten und weltweit begrenzte Produktionskapazitäten böten neue Perspektiven.

Zusammenarbeit statt Erzeuger-Kleinkrieg



"Ja, man kann mit Milch Geld verdienen", betonte Hering, "wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen setzen." Kritisch sehe er daher die verstärkte Umschichtung von direkten Hilfen für landwirtschaftliche Betriebe hin zur Strukturförderung. Damit werde Planungssicherheit genommen. Das Land werde die Betriebe unterstützen, konkurrenzfähig auf den Märkten zu bestehen. Deshalb sei das Programm Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung ("Paul") schwerpunktmäßig auf Strukturförderung ausgelegt. Nach dem Kleinkrieg der Erzeuger sei es nun an der Zeit, zur Zusammenarbeit zurückzukehren, mahnte Milag-Vorsitzender Karl-Otto Engel.

Die gute Qualität rheinland-pfälzischer Milchprodukte zeigte sich in den 23 goldenen und 14 silbernen Staatsehrenpreisen, die Produkte von Milchunion Hocheifel (Muh) und Hochwald Nahrungsmittel-Werke erhielten. Dazu gab es 42 goldene und zwei silberne Preise der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Zudem wurden je Molkerei zehn Betriebe für hervorragende Milchqualität geehrt. Von der Milch-Union Hocheifel, Pronsfeld: Werner Kribs (Großlangenfeld), Peter-Johann Schneider, Maria Kessler-Wiesen (beide Auw bei Prüm), Rudolf und Rainer Meier (Wallersheim), Dunkel GbR (Jucken), Gewannhof GbR (Großkampenberg), Michael und Johannes Billen (Kaschenbach), Michael Finken (Steffeln), Johannes Mertesdorf (Idenheim), Norbert Crames (Etteldorf). Von den Hochwald Nahrungsmittel-Werken: Wilfried Wolf (Dietrichingen), Engelbert Lausberg (Monzelfeld), Josef Crames (Messerich), Marco Maus (Langsur-Grewenich), Klaus Peter u. Mathias Fell (Palzem), Walter Goedert (Landkern), Georg Kroell (Bremscheid), Leo und René Blum (Hillesheim-Niederbettingen), Ewald Milberg (Kyllburgweiler), Manfred Jegen (Steinborn).