"Man muss das Ehrenamt als Hobby sehen"
Trier-Heiligkreuz · Andreas Rippinger schafft den Spagat zwischen Beruf, Familie und Hobby: Der junge Vater ist mit 34 Jahren bereits ein Heiligkreuzer Urgestein und investiert seine rare Freizeit in eine immer seltenere Form des Engagements: das Ehrenamt.
Trier-Heiligkreuz. In den Räumen, in denen eine der größten Sportveranstaltungen der Region organisiert wird, wird schnell klar: Hier ist der Wunsch vieler junger Leute, Privatleben und Arbeit miteinander in Einklang zu bringen, Realität. Dabei ist Andreas Rippingers Engagement im Verein Trierer Stadtlauf nur eine Facette seines ehrenamtlichen Engagements neben dem Beruf in einer IT-Firma. Auch im örtlichen Brunnenverein ist er aktiv. "Es ist zwar anstrengend, aber vor allem schön, Job und Privatleben in dieser Form kombinieren zu können." Als wollten sie diese Aussage bestätigen, kommen Lebenspartnerin und Tochter zur Tür herein, um Rippinger zu begrüßen. TV-Stadtteiltour Heiligkreuz
Seit 2007 ist der 34-Jährige einer der beiden gleichberechtigten Vorsitzenden des Vereins Trie rer Stadtlauf, der die gleichnamige Sportveranstaltung jeden Sommer organisiert und ausführt. Der Heiligkreuzer schätzt die dörfliche Prägung und die familiäre Atmosphäre des Stadtteils. Über einen nachbarlichen Kontakt kam er auch an seine Ehrenämter. "Hier ist man nicht anonym und kann sich auf die Menschen verlassen, wenn irgendetwas ist."Als Mitorganisator des Stadtlaufs sieht er seine Hauptaufgaben in der langfristigen Bindung von Sponsoren. Gerade in einer Region, in der es nur wenige große Geldgeber gebe, sei die Suche nach zahlungskräftigen Unterstützern schwierig. Schon im Januar beginnen jedes Jahr die Vorbereitungen für die Veranstaltung im Rahmen des Trierer Altstadtfests, die ein Höhepunkt im Trierer Sportkalender ist. Der Lauf sei auf eine Teilnehmerzahl von 3000 Sportlern angewiesen, sagt Rippinger. "Bei einem Umsatzvolumen von 100 000 Euro brauchen wir diese Zahl, um kostendeckend arbeiten zu können." In den zurückliegenden Jahren stiegen die Anmeldezahlen, bei der diesjährigen Ausgabe kamen 3470 Amateursportler ins Ziel.Doch neben den harten Zahlen zählt auch hier das familiäre Flair: "Wir wollen diese spezielle Atmosphäre erhalten und nicht zu groß werden", erklärt Rippinger. Nach seiner Vorstellung soll der Lauf eine Veranstaltung für begeisterte Hobbysportler der Region bleiben und nicht zu einem hochkommerziellen Event werden.Die Wertschätzung für das menschliche Miteinander zieht sich wie ein roter Faden durch Rippingers Aussagen. "Mir persönlich macht an meinem ehrenamtlichen Engagement besonders die Arbeit mit anderen Menschen Freude, die das gleiche Interesse haben. Leider gibt es heute immer weniger ehrenamtlich Tätige." Oft werde die Frage gestellt: "Was bekomme ich dafür?" Rippinger appelliert: "Man muss das Ehrenamt als Hobby sehen!" Ein Motto, das den jungen Heiligkreuzer treffend beschreibt.volksfreund.de/stadtteiltour