Managerin des Alltags

KÜRENZ. "Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau", sagt ein Sprichwort. Marianne Maximini ist ein Beispiel dafür. Seit mehr als 40 Jahren steht die 63-Jährige aus Liebe und Überzeugung an der Seite ihres Mannes Manfred Maximini (68), der lange Zeit Kürenzer Ortsvorsteher war und noch immer viele Ämter bekleidet.

Das Telefon klingelt. Nicht zum letzten Mal für heute, wie sich zeigen wird. Das ist Alltag bei den Maximinis in Kürenz. Doch an diesem Tag ist es nicht Marianne Maximini, die ins Arbeitszimmer läuft, zum Hörer greift und wie gewöhnlich zahlreiche Anfragen entgegennimmt und Termine vereinbart. Ihr Mann Manfred steht auf, um dem Läuten nachzugehen und ruft: "Heute steht meine Frau im Mittelpunkt." Marianne Maximini lächelt und fährt fort, von der ersten Begegnung mit ihrem Mann zu erzählen. Sie war 15 Jahre alt, er gerade 20 Jahre, als sie in der Katholischen Jugend in Kürenz zum ersten Mal aufeinander trafen. "Ich konnte ihn am Anfang gar nicht leiden und habe sogar gesagt: Wenn der mitmacht, dann trete ich nicht auf." Sie war damals Sängerin und sollte zusammen mit ihrer Tanzgruppe auftreten. Nach heftigem Protest ihrer Gruppe konnten die Wogen geglättet werden und nach dem Lied "Keiner schöner Land in dieser Zeit" sei der Funke zwischen den beiden Streithähnen übergesprungen.Als Kind half sie im familieneigenen Gasthaus

"Das war unser Schicksalslied", sagt die 63-Jährige, die bei ihrer Mutter und ihrer Tante aufgewachsen ist, nachdem ihr Vater bereits vor ihrer Geburt gestorben war. Von Kindesbeinen an half sie im familieneigenen Gasthaus "Ternes" in Kürenz und hatte wenig Freizeit. Der jungen Beziehung zu ihrem Freund räumte sie deshalb am Anfang auch wenig Aussicht auf Erfolg ein, schließlich war Manfred Maximini damals selbst schon viel beschäftigt als Jugendleiter des Fußballsportvereins. "Das hört aber auf, dass du jedes Wochenende unterwegs bist, sonst hat das mit uns keinen Zweck", meldete die gelernte Bürokauffrau ihre Zweifel an. Die Liebe siegte, und das Paar heiratete 1969. Nach und nach wuchs Marianne Maximini in die Rolle als Frau an der Seite eines "Vereinsmultis" hinein. 25 Jahre lang war Manfred Maximini Kürenzer Ortsvorsteher, sie die "First Lady" des Stadtteils. Noch heute unterstützt und begleitet die zweifache Mutter und vierfache Großmutter ihren Mann, der Stadtratsmitglied, Vereinspräsident des Männergesangsvereins MGV Konkordia Kürenz, Sprecher der Gemeinschaft Kürenzer Ortsvereine und Vorsitzender des Stadtverbandes der Kleingärtner ist. "Ich gehe nach Möglichkeit immer mit. Es ist wichtig für uns, dass wir die Zeit gemeinsam verbringen. Das bekommt uns ganz gut", sagt Marianne Maximini, die gerne in Wuppertal geblieben wäre, wohin ihr Mann 1995 beruflich versetzt wurde. Da ihren Mann aber das Heimweh zu sehr plagte, seien sie wieder in die alte Heimat zurückgekehrt.Einmal in der Woche: Oma- und Opa-Tag

Manfred Maximini, der "langsam kürzer treten" will, und sich heute einmal die Woche "am Oma- und Opa-Tag" Zeit für seine vier Enkelkinder nimmt, weiß die Einstellung seiner Frau zu schätzen und ist ihr dankbar. "Das hätte nicht jede mitgemacht. Ein Teil des Erfolges liegt sicher bei meiner Frau. Ohne ihr Verständnis wäre diese Vielfalt nicht möglich gewesen." Sagt's und geht dem Klingeln des Telefons nach.