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Mann grölt Nazi-Parolen und schlägt zu

Wittlich/Trier. Angriff mit fremdenfeindlichem Hintergrund: Ohne Vorwarnung hat ein 22-Jähriger aus Wittlich einen Türken das Nasenbein gebrochen. Zudem hat der polizeibekannte Mann ausländerfeindliche und nationalsozialistische Parolen gerufen und die Polizei beleidigt. Sonja Sünnen und Marcus Hormes

"Da kam ein Mann plötzlich die Treppe runter, sagt böse und dreckige Worte und schlägt zu". So erzählt ein Türke gestern, was am Dienstag um 23 Uhr in einer Gaststätte passiert ist. Er hat schon davon gehört, denn Opfer ist sein 38-jähriger Landsmann, der in dem Lokal in der Innenstadt arbeitet. Dort verletzte ihn ein 22-Jähriger mit einer Kopfnuss. Der Angreifer soll ohne erkennbaren Grund oder Vorwarnung auf den 38-Jährigen losgegangen sein. Gäste riefen die Polizei und hielten den betrunkenen Angreifer in Schach. Als die Polizei eintraf, versuchte er wieder, Schläge auszuteilen. Die beiden Polizisten nahmen ihn mit, woraufhin er die Beamten beleidigte. Der Mann ist polizeibekannt und mehrfach wegen Körperverletzungs- und Eigentumsdelikten aufgefallen. Am Dienstag soll er direkt nach dem Betreten der Gaststätte üble Beleidigungen und ausländerfeindliche und nationalsozialistische Parolen gerufen haben. Auch weil er ein Hakenkreuzsymbol als Handy-Bildschirmschoner hat, wird von Fremdenfeindlichkeit ausgegangen. Nach der Ausnüchterung musste er gestern auf freien Fuß gesetzt werden. Sein Opfer wurde ärzlich behandelt. Den Wittlicher erwartet ein Verfahren wegen Verdachts auf gefährliche Körperverletzung, Beleidigung mit ausländerfeindlichem Hintergrund und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Ein weiterer Fall mit mutmaßlich ausländerfeindlichem Hintergrund beschäftigt die Staatsanwaltschaft Trier. Zwei 46-Jährige aus Konz sollen am 9. Dezember 2012 in einem Trierer Lokal drei Kameruner verletzt und beleidigt haben (der TV berichtete). Leitender Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer: "Die Beschuldigten haben sich bisher nicht geäußert. Ihrem Verteidiger wird Akteneinsicht gewährt."