Mann reißt Frau in Trier-Süd zu Boden und versucht sie zu küssen

Mann reißt Frau in Trier-Süd zu Boden und versucht sie zu küssen

Im Großen und Ganzen ist die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar aus Sicht der Polizei ruhig verlaufen. Am Neujahrsmorgen wurde in Trier-Süd allerdings eine junge Frau von einem Unbekannten zu Boden gerissen, wie die Polizei gestern mitteilte.

Trier/Region. Auch in Trier war die Polizei an Silvester mit deutlich mehr Beamten als üblich unterwegs. Der Hauptmarkt wurde videoüberwacht. Die Nacht sei allerdings relativ ruhig verlaufen, teilte Polizeisprecher Uwe Konz bereits am Sonntag mit (der TV berichtete). Am Montag lieferte Konz Details: Im Umfeld des Hauptbahnhofs sei an Silvester ab etwa 18.15 Uhr "nach und nach eine Vielzahl junger Männer angereist, überwiegend Nordafrikaner, die den Jahreswechsel in Trier verbringen wollten", erklärte er dem TV.
Gemeinsam mit der Bundespolizei seien aus dieser Gruppe über den gesamten Abend 121 Menschen angesprochen und kontrolliert worden. Diese sogenannte Präventiv- oder Gefährderansprachen seien wegen "der Vorkommnisse in Köln an Silvester 2015" angebracht gewesen. Die Männer seien teilweise stark alkoholisiert und in Feierstimmung gewesen.
Ob sie sich zu dem Treffen gezielt verabredet hätten oder die Gruppe sich zufällig zusammengefunden habe, konnte die Polizei auf TV-Nachfrage nicht sicher einschätzen. "Einzelne reagierten aggressiv auf die Polizeikontrolle - wobei ein solches Verhalten auch bei alkoholisierten Mitgliedern von Gesangs- oder Sportvereinen vorkommt, wenn diese zum Feiern unterwegs sind und wir sie kontrollieren", sagt Konz.
Teilweise hätten die Nordafrikaner bereits vorzeitig Böller gezündet, vereinzelt habe es Platzverweise gegeben, ein Mann sei in Gewahrsam genommen worden. Waffen wurden bei den Durchsuchungen nicht gefunden. Der Polizei sei auch nicht bekannt, dass von der Personengruppe am Bahnhof sexuelle Übergriffe ausgegangen wären. Die Atmosphäre sei insgesamt nicht bedrohlich gewesen. Der Begriff "Nafris", mit dem die Kölner Polizei beim Internet-Nachrichtendienst Twitter Nordafrikaner bezeichnet hatte, würde bei der Trierer Polizei nicht genutzt, erklärte Konz im Übrigen auf TV-Nachfrage.16 Mal Platzverweis


In der Innenstadt seien auch andere Gruppen Feierwilliger offensiv angesprochen worden, um laut Konz "Tatgelegenheiten frühzeitig zu unterbinden". Diese präventive Strategie habe sich bis zum Ende der Nacht ausgezahlt.
"In Trier zählte die Polizei bis zum Neujahrsmorgen insgesamt nur fünf Delikte. Fünf Personen mussten bis zur Ausnüchterung in den Polizeigewahrsam eingeliefert werden", sagt Konz. 16 Mal seien Platzverweise erteilt worden, um Eskalationen zu verhindern. "Silvestertypisch", kommentiert Konz.
In der Straße Auf der Steinrausch in Trier-Süd überfiel am Neujahrsmorgen gegen 6.30 Uhr ein Unbekannter allerdings eine junge Frau. Der Mann riss die 27-Jährige von hinten zu Boden. Dort hielt er sein Opfer fest und berührte es laut Polizei "oberhalb der Bekleidung mehrfach im Intimbereich". Außerdem habe der Mann versucht, die Frau zu küssen. Die Frau wehrte sich und schrie um Hilfe, ein Anwohner wurde aufmerksam und fing ebenfalls laut an zu rufen - woraufhin der Angreifer flüchtete. Die junge Frau trug Verletzungen im Gesicht davon und musste ärztlich versorgt werden.
Der Angreifer wird als kräftiger Mann beschrieben, etwa 25 Jahre alt, zwischen 175 und 180 Zentimeter groß. Bekleidet gewesen sei er mit einem schwarzen Blouson über einem grauen Kapuzenpulli, dessen Kapuze er über den Kopf gezogen hatte, und einer schwarzen Trainingshose.
In der Saarstraße in Trier-Süd war bereits am 24. Dezember gegen 20.55 Uhr eine Frau von einem Unbekannten bedrängt worden. Der Mann, der die 33-Jährige zunächst angesprochen und sich ihr dann in den Weg gestellt haben soll, soll allerdings eine schmale Statur gehabt haben und nur etwa 170 Zentimeter groß gewesen sein.
"Bislang sehen wir keinen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen", sagt Polizeisprecher Uwe Konz, "aber die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen". woc
Die Polizei sucht Zeugen, Telefon: 0651/9779-2290.

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