Marco Gruben will aufhören: Stadt Trier sucht neuen Pächter für den Brunnenhof

Gastronomie : Neuer Pächter für den Trierer Brunnenhof gesucht

Der bisherige Pächter im Simeonstift will aus gesundheitlichen Gründen aufhören. Die gute Nachricht: Auch wenn es keine schnelle Lösung gibt, droht keine Durststrecke.

Wer auf der städtischen Homepage trier.de stöbert, stößt auf eine bemerkenswerte Meldung: „Die Stadt sucht zeitnah einen neuen Pächter für die Gaststätte Brunnenhof im Simeonstift.“ Bemerkenswert schon deshalb, weil bislang nichts darauf hindeutete, dass das laufende Pachtverhältnis auf der Kippe stehen könnte.

TV-Nachfrage bei Marco Gruben, Noch-Inhaber der Gaststätte im Westflügel des Simeonstifts an der Porta Nigra: „Was ist los?“

„Ich suche aus gesundheitlichen Gründen einen Nachfolger“, sagt der 45-Jährige, Dissens oder Knies mit der Stadt gebe es nicht. „Doch der Betrieb erfordert den ganzen Mann, und das kann ich nicht mehr leisten. Ich bin nicht mehr so belastbar wie in meiner Anfangszeit hier.“

Im Sommer 2010 hat Gruben, in Bitburg aufgewachsener gebürtiger Trierer, das Gastro-Etablissement übernommen und zu dem gemacht, was es heute ist:: Café, Bar und Restaurant, in dem auch Konzerte stattfinden. Zudem ist die Gaststätte bei Veranstaltungen im Brunnenhof für die Bewirtung des Publikums zuständig. Was Gruben durchaus auch schon Kritik einbrachte: War der Innenhof des Simeonstifts voll, dann musste man schon mal etwas länger auf sein Bier warten. „Aber nur dann, wenn wir regelrecht überrannt wurden“, hält Gruben dagegen. Bei der Mehrzahl der Freiluft-Veranstaltungen klappe alles prima, und überhaupt habe sich „der Laden prächtig entwickelt“. 2018 sei das bislang beste Jahr gewesen– mit einem Umsatz von rund einer halben Million Euro. Deshalb glaubt er auch, dass es nicht schwer sein wird, einen Nachfolger zu finden: „Hier kann einer einsteigen und gleich Geld verdienen. Im Gegensatz zu mir, der ich bei Null angefangen habe.“

Im direkten Umfeld stößt Grubens Ausstiegs-Entscheidung auf volles Verständnis, an den Neuen oder die Neue knüpfen sich gleichwohl Erwartungen: „Wir wünschen uns einen kooperativen Gastronomen, der gut mit dem Stadtmuseum Simeonstift zusammenarbeitet“, sagt dessen Direktorin Elisabeth Dühr. Denkbar seien gegenseitige Rabatte „Wer sein Museumsticket vorlegt, bekommt das Essen etwas preiswerter.“ Die bisherige Zusammenarbeit sei „nicht schlecht gewesen, aber mit Luft nach oben“.

Die Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM), die jährlich mehr als 40 Veranstaltungen im Brunnenhof über die (ab Mai neue) Bühne gehen lässt, sieht keinen Grund zu gastronomischer Besorgnis. „Ein Pächterwechsel ist eine völlig normale Angelegenheit“, sagt TTM-Veranstaltungsmanager Jan Hoffmann. Wir sind zuversichtlich, auch mit einem Nachfolger unsere Projekte und Konzertreihen positiv entwickeln zu können.“

Die Bewerbungsfrist für Pachtinteressenten läuft bis zum 16. März. Gruben hofft auf einen Nachfolger, der ihm einen „vernünftigen Preis“ für die Einrichtung zahlt. Sollte es da zu keiner Einigung kommen, will er seinen Vertrag (der noch zehn Jahre läuft) „notgedrungen erfüllen“. Eine leerstandsbedingte „Durststrecke“ sei nicht zu erwartet: „Hier wird es weitergehen, und für die Bewirtung bei den Brunnenhof-Veranstaltungen werden keine Notlösungen erforderlich.“

Für Gruben persönlich soll der Ausstieg kein Abschied von der Gastronomie sein. Die Winterpause seines Lokals hat er genutzt, um sich in Florenz zum Barista ausbilden zu lassen. „Ich werde bestimmt einen Job bekommen. Aber eben als Angestellter, nicht mehr als Chef.“

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