Mariahof: Verkehrsberuhigung soll Parkraum schaffen
Trier-Mariahof · Der städtische Plan, die Lasinskystraße als Einbahnstraße auszuführen, missfiel großen Teilen des Publikums, das zur jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Mariahof gekommen ist. Die angekündigte Aufhebung der Tempo-40-Zone schmeckte wiederum dem Rat nicht.
Die Lasinskystraße könnte verkehrsberuhigt ausgebaut werden - und damit auch die Parkplatznot im Bereich gemindert werden. Mit diesem überraschenden Vorschlag hatte Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamts, ziemlich schnell nicht nur große Teile des Ortsbeirats Mariahof auf seiner Seite, sondern auch die meisten der rund 30 Zuhörer, die in den Pfarrgemeindesaal gekommen waren, um den Ausführungen zum möglichen Ausbau der Lasinskystraße zu folgen.
Der zunächst vorgestellte Plan, der vorsah, sie als reguläre Einbahnstraße auszuführen, stieß auf wenig Begeisterung im Saal: Er würde die Parkplatznot in der Straße noch verschärfen. Denn derzeit gibt es im Bereich zehn öffentliche Abstellplätze, deren Anzahl zwar auf 13 anwüchse. Allerdings fielen gleichzeitig die acht vorhandenen Möglichkeiten weg, ein Auto entsprechend der Straßenverkehrsordnung auf der Fahrbahn zu parken. Der Grund: Die Mindestanforderungen an die Breite von Gehwegen nach dem städtischen Mobilitätskonzept. Das sei, sagte Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamts, aber "der Handlungsspielraum, von dem wir nicht einfach abweichen können." Auf den Einwand des Alt-OBs und Anwohners Helmut Schröer, ob es denn wirklich keine Alternative zu 2,10 Meter breiten Gehwegen gäbe, machte van Bellen den Vorschlag, der die Stimmung der meisten Anwesenden schlagartig anhob: Den Ausbau der Lasinskystraße nach Vorbild der Greiffenklau- und Reichenbergstraße.
Denn bei Niveaugleichheit von Fahrbahn und Gehweg habe man deutlich mehr Möglichkeiten zur Schaffung von Parkplätzen und zur Ausgestaltung der Straße mit Inseln und Bäumen.
Der Rat lehnte die Einbahnstraßen-Version einstimmig ab und bat statt dessen um Planung des verkehrsberuhigten Ausbaus der Lasinskystraße. Da dazu allerdings zunächst der Bebauungsplan geändert werden muss, schlug Van Bellen vor, in der Zwischenzeit andere notwendige Baustellen im Ortsteil anzugehen.
Auch der zweite Tagesordnungspunkt drehte sich um den Straßenverkehr: Gerhard Willems vom Straßenverkehrsamt kündigte an, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Kilometern pro Stunde in der Hauptstraße Am Mariahof aufgehoben wird - dazu habe der übergeordnete Landesbetrieb Mobilität aufgefordert, dem die in diesem Bereich unzulässige Tempoeinschränkung bei einer Prüfung aufgefallen war. Der Ortsbeirat zeigte sich kämpferisch: Er beschloss einstimmig, bei der Stadt sogar auf Schaffung einer durchgehenden 30er-Zone in ganz Mariahof zu drängen - nach Vorbild der Palliener Straße. Dort hat die Stadt eine Verkehrsberuhigung in nicht zulässiger Lage geschaffen, um die bereits lädierte Fahrbahn vor weiterem Verfall zu bewahren. Der Ortsbeirat verbindet mit seinem Antrag die Hoffnung, dass die Stadt auch die Mariahofer Hauptstraße als schutzbedürftig ansieht. Ungeachtet des laufenden Antrages müsse das Straßenverkehrsamt der Weisung des LBM folgen und tätig werden, kündigte Willems an. Zunächst darf in der Hauptstraße bald 50 gefahren werden.Extra
Der Stadtplaner Peter Kappenstein hat die Ergebnisse der Umfrage "Gut leben im Alter" vorgestellt, deren Resonanz überdurchschnittlich gut war: Von 970 angeschriebenen Senioren haben 497 geantwortet. Einige Ergebnisse: 15 Prozent der 60 bis 69-Jährigen fühlen sich "eher unsicher" im Stadtteil. Fast 30 Prozent der über 90-Jährigen vermissen gute Kontakte - während rund 15 Prozent der 60- bis 69-Jährigen bereit wären, sich ehrenamtlich zu engagieren. "Bei denen muss man ansetzen", sagt Kappenstein, der die detaillierten Umfragewerte am 14. März öffentlich vorstellt. fgg