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Mariahofer Straßen werden noch 14 Jahre lang saniert

Mariahofer Straßen werden noch 14 Jahre lang saniert

Der Ausbau der Straßen und Wege in Trier-Mariahof wird sich noch bis 2030 hinziehen: Das hat die Stadtverwaltung den Mariahofern im Rahmen einer Bürgerinformation mitgeteilt. Rund 10 der 17 Millionen Euro Gesamtkosten müssen die Mariahofer über wiederkehrende Beiträge bezahlen.

Trier-Mariahof. Rund 60 Interessierte hörten sich im Pfarrheim Mariahof die Vorstellungen von Triers Baudezernent Andreas Ludwig sowie seinen Mitarbeitern aus Tiefbauamt und Verkehrsplanung an. Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamts, räumte ein, dass alle bisherigen Ideen längst von der Realität überrollt worden seien: "2007 war der Gedanke: In zehn Jahren sind wir mit allem durch."
Doch mehrere Faktoren hätten diese Planung immer wieder torpediert: So sei etwa die vorbereitende Sanierung des Leitungsnetzes durch die Stadtwerke viel schleppender abgelaufen als gedacht. Da, wo tatsächlich gebaut werden konnte, nahm dann der Fußwegeausbau viel mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Dauernde Personalnot in der Verkehrsplanung, die Insolvenz einer Baufirma oder die nach Bürgerprotesten erfolgte Umplanung der Lasinskystraße - das alles gab den ursprünglichen Planungen schließlich den Rest.
Unter dem neuen Baudezernenten Andreas Ludwig wurde neu geplant. Ein gutes Stück sei schon geschafft, zeigte van Bellen: So sind seit 2007 in sechs Bauabschnitten die Greiffenklau-, die Reichensperger- und die Lasinskystraße saniert worden. Außerdem sind 81 Fußwege erneuert worden (vier Fünftel des Bestands). Die bisherigen Gesamtkosten belaufen sich auf rund vier Millionen Euro brutto.
Neues Beitragssystem


Jetzt sind über die kommenden 14 Jahre weitere neun Bauabschnitte geplant (siehe Extra).
Die Stadt geht derzeit von Gesamtkosten in Höhe von 17 Millionen Euro aus. Diese Kosten sind in Mariahof ein besonders wichtiges Thema: Schließlich ist der Stadtbezirk der erste, dessen Anwohner nicht erst dann zur Kasse gebeten werden, wenn sie konkret als Anlieger betroffen sind. Vielmehr werden alle Mariahofer über "wiederkehrende Beiträge" belastet: Solange in Mariahof saniert wird, tragen sie 70 Prozent der Baukosten (vor 2016: 60 Prozent). Das wird wohl bis 2030 so weitergehen - mindestens.
Baudezernent Ludwig sieht klare Vorteile in diesem System: Im Pfarrheim erzählte er beispielhaft von seinen eigenen Eltern, die wegen eines Straßenausbaus plötzlich eine fünfstellige Summe aufbringen mussten. Solche möglicherweise existenzbedrohenden Schocks blieben den Mariahofern ja erspart.
Ein Bürger bezeichnete das als "Milchmädchenrechnung": Die kleinteiligere Planung über den gestreckten Zeitraum verursache ja letztlich auch deutlich höhere Baukosten. Ludwig warb aber weiterhin um Verständnis für seine Planung, die einfach realistischer sei als die bisherige: Das Tiefbauamt habe in den letzten Jahren nur rund 41 Prozent von dem umsetzen können, wofür im Haushalt prinzipiell Geld bereitgestanden habe - vor allem wegen des fehlenden Personals. Hier könne die Stadt auch nicht einfach beliebig aufstocken, sondern müsse die Realitäten anerkennen, um wenigstens auf eine Erfüllungsquote von 80 Prozent zu kommen: "Wir dürfen uns einfach nicht zu viel vornehmen!"
Den Anwohner Armin Klein stellte der Abend nicht wirklich zufrieden: "Ich hätte es besser gefunden, die Stadt würde das schneller erledigen. Ich bin schließlich auch verpflichtet, vor meinem Grundstück den Bürgersteig sauber zu halten. Aber ich schaffe das gar nicht, weil der so zerklüftet und kaputt ist!"
Bei vielen Zuhörern ist die offenbar realistische Bestandsaufnahme und Neuplanung aber erkennbar gut angekommen - auch wenn vor allem betagtere Bürger immer wieder Galgenhumor durchblitzen ließen. Schließlich könnten sie nicht sicher sein, ob sie die Sanierung ihrer eigenen Straße überhaupt noch miterleben würden.
"Ich fand es eigentlich ganz gut", bewertete etwa Ulrich Laurenz das Gehörte. "Vor allem die wiederkehrenden Beiträge sind wirklich erträglich!" Der 56-Jährige hofft allerdings, dass bei der Sanierung der Wege auch darauf geachtet wird, dass die Fugen ordentlich mit Granulat verfüllt werden. Mehrfach monierten Anwohner, dass frisch sanierte Wege bereits von unansehnlichem Bewuchs durchzogen seien.Extra

7. Bauabschnitt (2017 und 2018): Die Ladenpassage und die Fläche vor der Kirche werden umfassend neu gestaltet. Außerdem wird ein Teil der Straße Am Mariahof verkehrsberuhigt ausgebaut, und Fußwege werden saniert. Kosten: 1,35 Millionen Euro. 8. Bauabschnitt (2019): Die Hillin- und die Bertulfstraße stehen für 848 000 Euro im Plan, zudem Fußwege. 9. Bauabschnitt (2020): Die Sanierung der Bonhoeffer- und der Klausenerstraße für rund 710 000 Euro. 10. Bauabschnitt (2021): Die Eugenstraße sowie Fußwege stehen an. Mit 2249 Quadratmetern ist das der kleinste und auch günstigste Bauabschnitt: 549 000 Euro sollen verbaut werden. 11. Bauabschnitt (2022): Die sich gabelnde Wolkerstraße soll zusammen mit dem Fußweg gemacht werden: für 854 000 Euro. 12. Bauabschnitt (2023): Die Kaiser-Augustus-Straße, die davon abgehende Zufahrt sowie ein Fußweg stehen für 873 000 Euro im Kalender. 13. Ladenpassage (2024): Die Ladenpassage bekommt einen schickeren Parkplatz. Außerdem sollen die damit verbundenen Fußwege saniert werden - und die ganze Anheierstraße. 1,1 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. 14. Bauabschnitt (2025 bis 2028): Über runde drei Jahre wird der Großteil der Hauptstraße "Am Mariahof" saniert. Der Teilabschnitt von der Oswald-von-Nell-Breuning-Allee bis zum Wendehammer Greiffenklaustraße steht für 4,85 Millionen Euro auf dem Plan. 15. Bauabschnitt (2029 bis 2030): Der Teilabschnitt der Straße Am Mariahof, der sich am Heizwerk abgabelt und zum Wendehammer führt, wird für 1,84 Millionen Euro auf Vordermann gebracht. fgg