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Mariahofer wünschen sich ein Café und mehr Vereinsarbeit

Mariahofer wünschen sich ein Café und mehr Vereinsarbeit

Bessere Einkaufsmöglichkeiten, mehr Bildungsangebote und ein Stadtteilcafé: Das sind die Wünsche, die 100 Mariahofer per Fragebogen geäußert haben. Die Umfrage ist Teil eines Modellprojekts für das Bistum. Die Ideen werden nun aufgearbeitet.

Trier-Mariahof. 81 Prozent wünschen sich bessere Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil. "Das ist das Brennendste für die Bürger", weiß Franz Rudolf Junge (59), Diakon der Pfarrei St. Michael in Mariahof. Denn der Frischemarkt in der Ladenpassage ist seit Dezember geschlossen. Auch Bildungs- und Beratungsangebote (je 61 Prozent) wie Fotografierkurse, Erziehungs-, Ernährungs- und Schuldnerberatung wünschen sich die Mariahofer. Zudem stehen ein Stadtteilcafé, Freizeit- und soziale Angebote oben auf der Wunschliste. Das ist das Ergebnis der Fragebogenaktion des Arbeitskreises "Stadtteilbüro - Wir sind Mariahof". 100 Anwohner haben an der Aktion teilgenommen, die die Projektträger organisiert hatten. Mit dabei sind neben der Pfarrei die Grundschule, der Pfarrgemeinderat, Kindergarten, Jugendtreff, Ortsbeirat, Bürgerverein, Caritasverband Trier sowie die Seniorenvertrauensperson Vera Feist. Weiterer Partner könnte die SSG sein, denn viele Bürger wünschen sich mehr Vereinsleben.

Die Idee zu Stadtteilbüros sei vor vier Jahren bei einem Studientag geboren worden, erzählt Andreas Schäfer (50) vom Caritasverband. Damals sei der Bedarf geäußert worden, Beratungsangebote in die Stadtteile zu bringen. Pastoral und Verbände hätten ein Konzept erarbeitet, das nun in Mariahof modellhaft gestartet sei. Es werde geprüft, inwieweit die Ergebnisse übertragbar sind in die künftigen Großpfarreien im Bistum.

"Wir haben das Projekt dem Pfarrgemeinderat vorgestellt und positive Resonanz erhalten", sagt Schäfer. Am Anfang der Arbeit habe die Sozialraumanalyse gestanden. Die Menschen sollten entscheiden, was ihnen im Stadtteil fehlt, um ihn lebendiger zu gestalten. Gemeinsam wurde ein Fragebogen entwickelt, der 1500-mal in dem Stadtteil mit gut 3100 Einwohnern verteilt wurde. Vom 24. März bis zum 6. April hatten die Bürger Zeit zum Ausfüllen - 100 Bögen kamen zurück. "Das hat uns sehr überrascht", sagt Junge. Positiv sei auch die hohe Bereitschaft der Bürger, aktiv mitzuarbeiten - eines der Ziele des Projekts, das Nachbarschaftshilfen initiieren und ehrenamtliches Engagement fördern will. 27 Personen erklärten sich dazu bereit. "Wir sind jetzt auf der Suche nach geeigneten Räumen, um die Angebote zu realisieren", sagt Junge, der mit Roland Marquenie vom Caritasverband das Konzept vor Ort plant. Dazu seien Kooperationen angedacht, etwa mit dem Jugendtreff, wo Tanzkurse angeboten werden könnten, ergänzt Pfarrgemeinderat Werner Leinenbach. "Wir wollen uns mit allen Interessierten treffen und dann entscheiden, was ansteht." Eine Idee haben die Projektpartner schon: Start könnte ein Bürgerfest in Mariahof sein. mehi

EXTRA

MODELLPROJEKT STADTTEILBüRO



Das "Stadtteilbüro" Mariahof ist Modellprojekt, weitere planen das Bistum und der Diözesan-Caritasverband Trier in Mayen und Koblenz. Das Projekt läuft bis Juni 2012. Anlass ist die Zusammenführung der Pfarreien vor der anstehenden Strukturreform. Die großen Dekanate sollen die Menschen vor Ort im Blick behalten. Zudem will der Caritasverband spezielle Hilfsangebote für die Gläubigen entwickeln. mehi