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Mariensäule in Trier: Leuchtendes Wahrzeichen mit historischer Bedeutung

Sehenswürdigkeiten : Die Mariensäule in Trier: Ein leuchtendes Wahrzeichen mit historischer Bedeutung

Wer sich in Trier umsieht, wird mit dem Blick auch an der Mariensäule hängen bleiben. Das gilt umso mehr, wenn sie in der Nacht erleuchtet ist. Sie wurde aber ursprünglich nicht als Attraktion für Touristen und Ausflügler gebaut.

Die Mariensäule in Trier ragt hoch über der Stadt auf dem Pulsberg auf. Das 40 Meter hohe Denkmal wurde mit Hilfe von Spendengeldern Trierer Bürger 1866 eingeweiht und steht als Erinnerung an die Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Marias. Vom Vorplatz der frei zugänglichen Mariensäule haben Ausflügler einen fantastischen Blick auf die Römerstadt und das Tal der Mosel.

Wo genau steht die Mariensäule in Trier?

Die von den Trierer Einwohnern auch liebevoll „Säulen Marie“ genannte Statue steht auf der linken Seite des Moseltals in einer Höhe von rund 300 Metern auf dem Pulsberg, oberhalb des Stadtteils West-Pallien. Das Denkmal zu Ehren Marias ist samt Sockel 40,9 Meter hoch und aufgrund seiner Lage der am höchsten aufragende Bau der Stadt Trier.

Wie alt ist die Mariensäule in Trier?

Im Jahr 1854 erhob Papst Pius IX. die unbefleckte Empfängnis der Maria zum Dogma. Das führte dazu, dass vielerorts eine Mariensäule gebaut wurde. In Trier gab es noch eine weitere Motivation für die Errichtung des Denkmals: Die am 8. Oktober 1866 eingeweihte Säule galt als katholische Machtdemonstration, die den Protestanten zeigen sollte, welche Konfession in Trier weiterhin vorherrschen sollte.

Die Stadt Trier fiel nach dem Wiener Kongress im Jahr 1815 unter preußische Herrschaft, jedoch lehnte die überwiegend katholische Bevölkerung die preußischen Herrscher ab. Die Preußen wiesen der kleinen protestantischen Gemeinde die zuvor katholische Jesuitenkirche zu, was für weitere Unstimmigkeiten sorgte. Die Trierer forderten „ihre“ Kirche zurück und wurden vom preußischen König erhört. Friedrich Wilhelm IV. ordnete an, dass die Jesuitenkirche wieder katholisch werden sollte. Dafür erhielten die Protestanten die ehemalige Konstantinbasilika, die zum zweiten Dom im Rheinland werden sollte. Das Gebäude wurde einst für die römischen Kaiser gebaut und galt später als Symbol für die katholische Herrschaft in Trier.

Ab 1956 nutze die protestantische Gemeinde Triers auf Geheiß des preußischen Königs die Basilika als Kirche für ihre Gottesdienste. Diesem symbolkräftigen Akt wollte die katholische Gemeinde Triers etwas entgegensetzen. Aus zahlreichen Spendengeldern wurde daher in den Folgejahren der Bau der Mariensäule finanziert, die fortan den protestantischen Kirchenbesuchern auf dem Gang zur Basilika an einem weithin sichtbaren Platz, dem 300 Meter hohen Pulsberg, gut sichtbar ins Auge springen sollte. Bewusst wurde die Mariensäule im neugotischen Stil errichtet, verwies die Gotik doch auf die gute alte Zeit vor der Reformation.

Die Statue der betenden Maria ist mit knapp sieben Metern Höhe überlebensgroß und wurde vom Speyerer Bildhauer Gottfried Renn entworfen. Der 34 Meter hoch aufragende, neugotische Turm stammt aus der Feder der Architekten Christian Wilhelm Schmitt und Johann Peter Schmidt und besteht aus Sandsteinquadern.

Wie kommt man zur Mariensäule?

Die Trierer Mariensäule ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Urlauber – ganz unabhängig von der Konfession. Der Aufstieg lohnt sich, denn vom Vorplatz des Denkmals eröffnet sich ein weiter Panoramablick über die Stadt Trier und das Tal der Mosel. Bis zum Jahr 1905 konnten Besucher über eine Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform gelangen. Diese ist jedoch seit einem Unfall zur damaligen Zeit nicht mehr zugänglich. Eine beliebte Tradition ist es auch, die Beleuchtung des Denkmals für eine Nacht zu finanzieren und damit sich selbst oder einen geliebten Menschen zu beschenken.

Die Mariensäule ist per Auto, Bus oder zu Fuß erreichbar. Unterhalb des Denkmals befinden sich eine Bushaltestelle und ein Parkplatz, die letzten Meter müssen jedoch zu Fuß zurückgelegt werden. Bei schlechten Witterungsbedingungen kann die Besichtigung deshalb nur eingeschränkt möglich sein. Der Zugang erfolgt über einen Waldweg, der schwer berollbar ist.

Was gibt es rund um die Mariensäule zu sehen?

Die Trierer Mariensäule befindet sich auf der linken Moselseite und liegt damit der Altstadt von Trier gegenüber. Die historische Römerstadt punktet mit berühmten Sehenswürdigkeiten und UNESCO-Welterbestätten wie den Kaiserthermen, der Porta Nigra oder der Konstantinbasilika. Ausflügler gelangen beispielsweise über die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählende Römerbrücke in Trier auf die andere Flussseite zur Mariensäule. Wanderer können vom Denkmal aus weiter zum Sirzenicher Wasserfall spazieren.

Wann und warum leuchtet die Mariensäule in Trier?

Die Beleuchtung der beliebten Sehenswürdigkeit wird weitgehend durch private Spender finanziert. Jeder kann die Beleuchtung für einen bestimmten Zweck bestellen oder sie einer Person widmen – zum Beispiel einem Patenkind oder jemand anderem an persönlichen Gedenktagen.

Die Spenderin beziehungsweise der Spender erhält eine Urkunde, in die sie oder er eine persönliche Widmung eintragen kann. Die Beleuchtung pro Nacht kostet 7 Euro. Die Bestellungen nimmt die Dom-Information in der Liebfrauenstraße 12 in Trier entgegen. Interessenten müssen dort ihr Wunschdatum und den Namen des zu Beschenkenden angeben und können die Urkunde in der Dom-Information abholen.