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Marihuana und Kokain: Zwei junge Männer wegen Drogenhandels angeklagt

Justiz : Marihuana und Kokain: Zwei junge Männer wegen Drogenhandels angeklagt

Ein 24- und ein 26-Jähriger sollen mit Drogen gehandelt haben. Beide haben sich zu den Vorwürfen vor dem Landgericht Trier eingelassen. Ein Urteil wird im September erwartet.

Wie kommt es, dass zwei junge Männer Drogen verkaufen? Eine klare Antwort darauf gibt es während des Verhandlungstages am Dienstag im Prozess um zwei Angeklagte nicht.

Schon als der Angeklagte K. am Dienstag mit gefesselten Händen in den Sitzungssaal 66 der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Trier geführt wird, macht der 24-Jährige nicht den Eindruck eines Verbrechers. Es erscheint ein normal wirkender junger Mann – kurze Haare, weit geschnittene Jeans, dünne schwarze Jacke, helle Sportschuhe.

Eltern sitzen bei der Verhandlung im Publikum

Aktuell sitzt er in Untersuchungshaft. Er kommt aus geordneten Verhältnissen, die Eltern sitzen im Publikum. Er spielt gern Fußball. Noch kurz vor der Festnahme hatte er mit einem Hammer Nägel in die Wand seines WG-Zimmers geschlagen, um Fußball-Schals aufzuhängen – „von Eintracht Trier“, erklärt er.

Schon im Jugendalter habe er Drogen ausprobiert, stellt sich bei der Befragung durch den Vorsitzenden Richter heraus. „Alles mal ausgetestet“, erklärt der junge Mann. Am Wochenende trinke er auch gern – „dann schon exzessiv“.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, spätestens ab Mitte Januar 2022 gewinnbringend Kokain weiterverkauft zu haben. In einem der Fälle geht es um rund 500 Gramm, die dieser an S., der in einem gesonderten Verfahren verfolgt wird, verkauft haben soll. S. wiederum hatten verdeckte Ermittler auf dem Schirm, die vorgaben, das Kokain kaufen zu wollen – für 26.000 Euro. Im Februar folgte dann die Festnahme auf dem Parkplatz eines Baumarktes in Trier. Bei der Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten bei K. zwei Kilogramm Haschisch, 623 Gramm Marihuana und circa 27 Gramm Kokain.

In dem Verfahren geht es auch um die Frage, ob der Angeklagte K. mit Waffen seinen Drogenbesitz verteidigt haben könnte. So argumentiert zumindest die Staatsanwaltschaft. Und hier kommt wieder der Hammer ins Spiel: Im WG-Zimmer von K. haben Beamte bei einer Durchsuchung eben den besagten Hammer gefunden – allerdings auch eine Machete und ein Butterfly-Messer. Die Machete sei ein Urlaubs-Mitbringsel einer Verwandten gewesen, erklärt K. Die Machete soll versteckt unter Tüten gelegen haben, also nicht griffbereit. Er habe sie eigentlich noch an die Wand hängen wollen. Bei dem Hammer handelt es sich um einen normalen Handwerkshammer, wie der Vorsitzende Richter bemerkte.

Das Butterfly-Messer wurde von den Polizeibeamten auf dem Schreibtisch liegend fotografiert. Unklar ist noch, ob es dort auch üblicherweise gelegen hat. „Meines Erachtens hat das oben auf dem Schrank gelegen“, sagt der Angeklagte. Kommt das Gericht zu dem Schluss, dass einer der Gegenstände mit den Drogen in Verbindung gestanden und griffbereit gelegen hat, könnte sich das straferschwerend auswirken. Auf die Frage des Richters, was er getan hätte, wenn ihm jemand seine Drogen habe stehlen wollen, sagt K.: „Über Leichen wäre ich nicht gegangen.“

Zusammen mit K. angeklagt ist der etwa zwei Jahre jüngere L. Die Staatsanwaltschaft ist der Ansicht, K. habe L. beliefert. K. bestreitet das. Ihre Lieferanten nennen beide Angeklagte nicht.

Die Angeklagten kennen sich seit der Jugend

Beide kennen sich aus ihrer Schulzeit. Später seien sie an den Wochenenden auch mal zusammen unterwegs gewesen, wie K. erklärt. L. soll in einem Fall im Jahr 2021 an einen bereits rechtskräftig verurteilten Mann 70 Gramm Marihuana verkauft haben. Er selbst beteuert, es seien 50 Gramm gewesen. Später soll er ihm noch einmal 200 Gramm verkauft haben. Die Sache flog wegen einer Observation durch die Polizei auf, in deren Folge der Käufer in einem Auto in Konz gestoppt wurde – hinter dem Beifahrersitz wurde dann das Marihuana entdeckt, wie Polizeibeamte erklärten, die als Zeugen vor Gericht auftraten.

Bei diesem Fall soll es sich zudem um Marihuana von erstaunlich schlechter Qualität gehandelt haben: lediglich circa 0,7 Prozent Wirkstoffgehalt. „Lausig schlecht“, fasst es der Vorsitzende Richter zusammen: „Das müssen Sie sich vorstellen wie eine Flasche Bier mit 0,7 Prozent Alkohol statt mit fünf.“ L. sagt, er habe von der schlechten Qualität nichts gewusst.

In der kommenden Verhandlung am 7. September werden die Zeugenaussagen weiterer Polizeibeamter erwartet. Außerdem wird die Gutachterin Erkenntnisse zu dem Angeklagten K. liefern – etwa hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer Therapie. Am selben Tag wird auch das Urteil erwartet.