Markus Römer kandidiert für CDU-Vorsitz in Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Parteien : „Mister Blaue Lagune“ will auf den Chefsessel: Markus Römer kandidiert für CDU-Vorsitz in Trier

Nach Thorsten Wollscheid meldet nun auch Markus Römer Ansprüche auf das Amt des Vorsitzenden der CDU Trier an. Die Bewerberliste wird erst beim Kreisparteitag am 27. September geschlossen.

Da waren’s plötzlich zwei Kandidaten: Nach Thorsten Wollscheid (32) kündigt auch Markus Römer (42) seine Bewerbung um den Vorsitz der CDU Trier an. Römer – eine wie Wollscheid spannende Personalie.

Während der 32-jährige Wollscheid jüngster Chefsessel-Bewerber in der Geschichte der CDU Trier ist, aber bereits seit 16 Jahren Parteimitglied ist und seit 2011 dem Vorstand angehört, ist Römer ein parteipolitischer Quereinsteiger, der allerdings auf kommunalpolitischer Ebene für ein aufsehenerregendes Novum gesorgt hat: Er war 2017 der Organisator des Bürgerentscheids, der einen Ratsbeschluss kippte und den Verbleib der Aral-Tankstelle in der Ostallee („Blaue Lagune“) ermöglichte.

Römer, seit 2015 Parteibuchinhaber und seit 2017 Vorsitzender der CDU Mitte/Gartenfeld, will sich nun erneut „nicht nur beschweren, sondern aktiv versuchen, etwas zu bewirken“. Seine Motivation ist die Gleiche wie die Wollscheids: „Das Ergebnis der Kommunalwahl zeigt doch: Wir haben nicht alles richtig gemacht. Ich bin der Meinung, dass die CDU einen Neuanfang braucht, um ihrem Anspruch ,Gemeinsam Trier gestalten’ gerecht werden zu können.“

Wie Wollscheid zeigt sich Römer überzeugt, ein guter Parteichef sein zu können: Der vorwiegend im Homeoffice arbeitetende Betriebswirt bei einer Bank für elektronischen Zahlungsverkehr wirbt mit der „Erfahrung von 20 Berufsjahren, in denen ich als Betriebsleiter international viel herumgekommen bin und viel gelernt habe. Das ermöglicht mir einen Blick über den Tellerrand hinaus“. Eine Spitze gegen den noch studierenden Mitbewerber? „Nein, keineswegs“, versichert Römer („Kinderlos und – noch – verheiratet“). „Ich schätze Thorsten sehr, wir kommen gut miteinander aus.“

Er trete auch nicht gegen Wollscheid an, sondern bewerbe sich wie er um das selbe Amt. Mit deckungsgleichen Zielen („Die Basis intensiv einbeziehen! Wir wollen wissen, was die Bedürfnisse und Probleme unserer Mitglieder sind.“), aber eigenen Personalvorstellungen: „Ich sehe mich als Teil eines eng zusammenarbeitenden Vorstandsteams“, dem etwa Frank Tenbusch (Vize), Heike Franzen (Schatzmeisterin) und Benjamin Judith (Öffentlichkeitsarbeit) angehören sollten. „Ich hoffe, dass der Parteitag meinen Empfehlungen folgen wird.“ Wie Wollscheid geht Römer vor dem Kreisparteitag (27. September, 19 Uhr, City Hall im FourSide Plaza) nun auf parteiinterne Werbetour um die Gunst der 850 Trierer Unionsangehörigen.

Für die Junge Union (JU) ist die Wahl bereits entscheiden: „Wir unterstützen die Kandidatur von Thorsten Wollscheid zum Parteivorsitzenden der CDU Trier. Wir sind stolz, dass mit Thorsten die Vernunft und die Erfahrung in das Amt des Vorsitzenden einziehen wird“, verkündet die knapp 100 Mitglieder starke Nachwuchsorganisation selbstbewusst via Facebook.

Thorsten Wollscheid sagt, er freue sich über die JU-Unterstützung, hält den Ball ansonsten aber flach: Nicht zuletzt mit Blick darauf, dass die Kandidatenliste erst beim Parteitag in zweieinhalb Wochen geschlossen werde, sei „ja noch gar nichts entschieden“. Mit der Kandidatur Römers habe er „– wie mit Markus persönlich – kein Problem“.

Noch-Parteichef Maximilian Monzel (47), der sich nach zwei Jahren aus freien Stücken aus dem Amt des Parteichefs verabschiedet, begrüßt es, dass nun auch Römer antritt, den er „als stets kritische Stimme in der CDU“ schätzt. Es sei gut, „dass die Mitgliederversammlung  unterschiedliche Entscheidungsoptionen“ habe.

Hat als Erster seinen Hut in den Ring geworfen: Thorsten Wollscheid. Foto: Roland Morgen

Zwei Kandidaten, viele gegenseitig verteilte Nettigkeiten – einer hüllt sich dennoch in Schweigen. „Nein, ich sage zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts“, erklärt der CDU-Ehrenvorsitzende Horst Langes auf TV-Anfrage. Der 91-Jährige, der von 1962 bis 1989 der mächtige Mann der Trierer Christdemokraten war, will sich erst einmal in aller Ruhe selbst ein Bild machen „und mir beispielsweise bei der erweiterten Vorstandssitzung am 16. September anhören, was die Kandidaten zu sagen haben“.

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