Maschinen rücken an

In wenigen Wochen geht es los: Im April oder spätestens Anfang Mai soll die Erneuerung des Nitteler Tunnels beginnen. Ab dem 14. Juni müssen Bahn-Nutzer zwischen Wellen und Perl 14 Monate lang auf den Bus umsteigen.

Nittel. Nur noch wenige Wochen, dann beginnen die Vorbereitungen zur Erneuerung des Tunnels zwischen Wellen und Nittel. Auf dem rund 570 Meter langen Stück wird nicht nur die Innenschale des Tunnels erneuert. Was viel mehr die Gemüter der Vertreter der Kreisverwaltung, der Verbandsgemeinde (VG) und der Gemeinden Wellen und Nittel erregt, ist der Plan der Bahn, die zweigleisige Bahnstrecke auf ein Gleis zurückzubauen (der TV berichtete). Nach Angaben eines Bahn-Pressesprechers soll das Gesamtprojekt rund 28 Millionen Euro kosten.

Nachdem nun der Planfeststellungsbescheid Anfang vergangenen Jahres in Kraft getreten und keine Klagen dagegen eingegangen sind, ist die Bahn gerade mit den Auftragsvergaben für die Bauarbeiten beschäftigt. Der grobe Zeitplan sieht vor, dass im Februar der Vegetationsschnitt erfolgt. Bäume und Sträucher müssen beschnitten werden, damit die Maschinen, die im April oder Anfang Mai anrücken, Platz zum Arbeiten haben.

Kreis und VG bleiben bei ablehnender Haltung



"Der Vorlauf ist der Baufirma überlassen", erläutert der Pressesprecher im TV-Gespräch. Was indes feststeht, ist der Zeitraum, in dem die Bahn den Tunnel komplett sperrt und den Schienenersatzverkehr einsetzt. Ab dem 14. Juni sollen nach Bahn-Plänen 14 Monate lang die Bahn-Nutzer auf der Strecke zwischen Wellen und Perl über Wincheringen auf den Bus umsteigen. Die geänderten Fahrtzeiten seien unter anderem online im Kursbuch auf www.bahn.de abzufragen. Auch wenn die Pläne zu den Erneuerungsarbeiten am Tunnel rein rechtlich gesehen in trockenen Tüchern sind, der Segen der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeinde Konz bleibt ihnen verwehrt. "Wir halten den Rückbau auf die Eingleisigkeit nach wie vor für einen Fehler", heißt es von Seiten der Kreisverwaltung. Gerade was die Anbindung an Frankreich und Luxemburg angehe, sei dies das falsche Signal. Nun hoffe man, dass die Bahn den Schienenersatzverkehr so organisiert habe, dass es zu keinen Beeinträchtigungen für die Nutzer des Nahverkehrs komme.

Auch Karl-Heinz Frieden, Bürgermeister der VG Konz, steht den Arbeiten negativ gegenüber: "Das ganze muss als Rückschritt einer wichtigen Infrastruktur gewertet werden. Wir bedauern das außerordentlich." Gerade in der hiesigen Region mit steigenden Bahnnutzer-Zahlen sei dies der falsche Weg. Den Schienenersatzverkehr sieht Frieden als Belastung nicht nur für Hunderte Schüler, die normalerweise jeden Tag mit dem Zug pendeln. "Auch der Tourismus wird während der Bauzeit keine Förderung erhalten", sagt Frieden.

Die Bahn betont indes weiterhin, dass es auch mit dem eingleisigen Streckenabschnitt im Tunnel noch Spielraum für den Einsatz eventuell hinzukommender Züge gebe. Auch das Bundesverkehrsministerium teilte im Herbst 2007 mit, dass die "vorhersehbare Verkehrsentwicklung" keinen Anlass gebe, für eine andere Variante als den vorgesehenen Rückbau des Nitteler Eisenbahntunnels auf ein Gleis einzutreten. sg/bre