"Maßlos enttäuscht"

Die Anlieger der Loebstraße beraten am Montag über ihr weiteres Vorgehen gegen die geplante Sanierung ihrer Straße. Entschieden werden soll unter anderem über eine Klage gegen die Stadt.

Trier. "Ich bin maßlos enttäuscht", erklärt Wolfgang Natus, Geschäftsführer des gleichnamigen Elektroanlagenherstellers in der Loebstraße. Geradezu wirtschaftsfeindlich sei die Entscheidung des Bauausschusses, die Sanierung der Loebstraße nicht vorerst auf Eis zu legen. Das hatte die Interessengemeinschaft (IG) der Anlieger beantragt. Die IG wollte auf eigene Kosten ein Gutachten erstellen lassen darüber, ob der von der Stadtverwaltung entlang der Loebstraße geplante Radweg auch an der Mosel gebaut werden könnte (der TV berichtete). Der Bauausschuss hatte die dazu notwendige Aussetzung der bereits beschlossenen Sanierung allerdings abgelehnt. "Wir stellen Arbeitsplätze zur Verfügung und zahlen Gewerbesteuer - und werden zum Dank wie Dreck behandelt", schimpft Natus.

"Würden mit Argumenten vor Gericht durchkommen"



Für Montag hat er daher die rund 20 Anlieger der Loebstraße zum Gespräch eingeladen. Diskutiert werden soll eine Klage gegen die Sanierungspläne der Stadt. "Wir würden mit unseren Argumenten vor Gericht durchkommen", hatte der bereits engagierte Rechtsanwalt Curt Jeromin vorab auf TV-Anfrage angekündigt.

Laut städtischer und vom Stadtrat abgesegneter Planung soll die zurzeit rund 8,50 Meter breite Loebstraße beim Ausbau auf das per Richtlinie vorgegebene Höchstmaß von 6,50 Metern verschmälert werden. Zwischen Fahrbahn und zur Moselseite gelegenen Parkplätzen sollen Grünstreifen und Fahrradweg entstehen. Nach Angaben der Verwaltung fallen dem rund 126 von 600 Parkplätzen zum Opfer.

Die Anlieger kritisieren nicht nur den Wegfall der Parkplätze, sondern auch die Verschmälerung der Straße. "Wir wissen definitiv, dass der Verkehr bei einer Fahrbahnbreite von bloß 6,50 Metern kollabieren wird", erklärt Rechtsanwalt Jeromin. Bislang könnten LKW, die am Straßenrand zum Be- oder Entladen halten, von nachfolgenden Autos überholt werden. Bei einer schmäleren Straße sei das nicht mehr möglich. Um den Nachweis zu erbringen, dass LKW dann auf einige Firmengelände nicht mehr einbiegen können, hat die IG Loebstraße laut Jeromin ein Gutachten in Auftrag gegeben. "Denn dass der LKW-Verkehr nur durch Veränderungen der Firmengrundstücke, zum Beispiel durch den Abriss von nahe der Straße stehenden Gebäuden, aufrecht erhalten werden kann, machen wir nicht mit."

Ebenfalls Thema bei der IG-Versammlung wird die angekündigte Bauzeit sein: "Wenn unsere Straße tatsächlich drei Jahre nicht befahrbar ist, können einige ihr Geschäft dichtmachen, weil die Kunden ausbleiben", erklärt Natus. Die Stadt wollte wegen der besseren Finanzierbarkeit den Straßenausbau auf drei Bauabschnitte und drei Jahre verteilen.

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