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Matthias als optischer Mittelpunkt

Matthias als optischer Mittelpunkt

TRIER-SÜD. Vor einem Jahr lagen die Trümmer des Treppenaufganges zum Altarraum der Matthias-Basilika noch offen in der Kirche. Das war gleichzeitig der Beginn für Grabungen in der Krypta und die Neuordnung des Innenraumes der Kirche.

Mittlerweile gibt an dieser Stelle ein maßstabgetreues Holzmodell einen Eindruck von der Veränderung des Kirchenraumes, wie er sich nach der Sanierung auch in Stein darstellen wird. Schritt für Schritt sollen Grabungen in der Krypta, deren Erweiterung um zwei Joche mit Vorraum und neuen Zugängen die Sanierung des schiefergedeckten Kirchendaches und die Neugestaltung der Basilika durchgeführt werden. "Erbe gestalten - Zukunft erhalten" lautet das Motto des Bauvereins, der sich vor mehr als einem Jahr gründete. "Erste Aufgabe war, ein Faltblatt zu entwickeln, das Informationen zur anstehenden Innengestaltung liefern soll", erklärt Mitinitiator Kurt Lellinger. Ziel der Baumaßnahmen ist, das Apostelgrab des Heiligen Matthias und die Grablege der ersten beiden Trierer Bischöfe Eucharius und Valerius prägender in den Mittelpunkt von Kirche und Krypta zu stellen und so für Besucher erlebbar zu machen. Außerdem ist der Kirchenraum nach den statischen Sicherungen zwischen 1957 und 1967 nur ein Einrichtungs-Provisorium gewesen und bis heute geblieben. Die Veränderungen in der liturgischen Nutzung, bedingt durch das Zweite Vatikanische Konzil, sollten zunächst durch Erfahrungswerte fundiert werden. Auch dem Rückgang der Besucherzahlen bei den Gottesdiensten soll Rechnung getragen werden. "Die Menschen sollen sich in dem großen Kirchenraum nicht verlieren, die Teilräume sollen aber auch nicht als unvollständig und abgeschnitten erscheinen", erklärt Abt Ansgar. Bereits 1997 begannen Überlegungen für die Renovierung des Kircheninneren. Im vergangenen Jahr starteten die archäologischen Untersuchungen. In der Krypta "wurde eine weitere Bestattung gefunden. Und es gibt eine Reihe von Resten einer Vorgängerkirche", berichtet Abt Ansgar. Nach dem Ende der Grabungen wird die jetzige Krypta um die um 1848 eingestürzten zwei westlichen Joche wiederhergestellt und vergrößert. Ein in Augenhöhe in der westlichen Krypta-Wand angelegter Raum, die Memoria, soll in senkrechter Verlängerung zur in der Kirche liegenden Apostel-Statue den Matthias-Sarkophag beherbergen und Pilgern beim Vorbeigehen das Berühren ermöglichen. Das bisherige Bodenniveau in den Seitenschiffen wird Richtung Osten bis zu den westlichen Vierungspfeilern erweitert, in der Gebäudeecke zwischen südlichem Seitenschiff und Querhaus im Bereich des Zuganges zum Kreuzgang soll ein Fahrstuhl eingebaut werden, damit Gehbehinderte in die Krypta gelangen können. Für die Finanzierung des Gesamtprojektes hofft der Abt auf "viele Schultern, die das tragen". Die Pilger engagierten sich in besonderem Maße für das Matthiasgrab, auch die Mönche, die Pfarrei und die Gemeinde müssten einen deutlichen Teil aufbringen. Kontinuierliche Unterstützung soll auch der Bauverein leisten. Derzeit gibt es etwa 80 bis 100 Mitglieder. "Wir bräuchten aber rund 300 Mitglieder, um eine Basis für ein Darlehen zu haben", erklärt Abt Ansgar.