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Mauern Stück für Stück überwinden

Mauern Stück für Stück überwinden

"Mauern überwinden - Menschen verbinden": Unter diesem Motto hat die Levana-Schule in Schweich, eine Schule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung, gestern bei strahlendem Sonnenschein ein ganz besonderes Schulfest gefeiert.

Schweich. Noch ein letztes Mal proben die Viertklässler der Grundschule Föhren das Stück "Rotschwarzweißgelb". Schulleiter Roland Rohring ist zufrieden. Texte und Mimik sitzen, die Zuschauer können kommen. In dem Stück geht es - wie auch an dem gesamten Tag - um Integration, darum, dass Mauern überwunden werden.

Die Schule hatte das Datum bewusst gewählt: Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, sollte sowohl an den 20. Jahrestag des Mauerfalls erinnert werden als auch an das Bestehen der Partnerschaft mit dem staatlichen Förderzentrum "Johann Heinrich Pestalozzi" aus Rudolstadt in Thüringen. "Im übertragenen Sinne gibt es für unsere Schüler, die alle Menschen mit Beeinträchtigungen sind, auch unsichtbare Mauern", sagte Schulleiter Hans-Josef Plein.

Während des Schulfests wurden die Mauern Stück für Stück überwunden: Der Kirchenchor aus Kasel etwa hatte gemeinsam mit Schülern der Levana-Schule den Gottesdienst, mit dem das Schulfest startete, gesungen. Die Band Leitsgeheier spielte, weil ein Vater einer Schülerin dort Mitglied ist. Der Isseler Cultur Verein betrieb den Bierstand, um nur einige der vielen Helfer "von außen" zu nennen.

Unermüdlich war auch Manfred Diederich während des Schulfests im Einsatz. "Er hat uns seit Jahren mit seinem Engagement und Idealismus in Schweich die Tür in der Mauer zur Bevölkerung geöffnet", lobte Plein den Vorsitzendern des schuleigenen Fördervereins. Viel Lob hatte er auch für die Schulgemeinschaft, ohne die das Fest nicht zu stemmen gewesen wäre, übrig.

Ein Höhepunkt des Tages waren die Aufführungen der Gruppen aus den Partnerschulen aus dem tschechischen Stribo sowie aus einer Eltern- und Schüler-Gruppe aus Thüringen. Sie nehmen neben der Schweicher Levana-Schule und einer Schule aus Lesnica in Polen an einem zweijährigen Partnerschafts-Projekt teil. Ziel ist es, dass bei allen vier Partnern ein Treffen stattfindet.

Während sich gestern Menschen auf dem Schulfest begegneten und Gäste sich über die Schule informieren konnten, nutzten vor allem die Kinder die Spiel- und Sportangebote und schauten sich die Theateraufführungen an. Auch der Schirmherr des Festes, Josef Peter Mertes, Präsident der Aufssichts- und Dienstleistungsdirektion, amüsierte sich sichtlich. Er hat einen besonderen Bezug zur Levana-Schule, war er doch Gründer und erster Schulleiter. "Dass heute so viele Gäste hier sind, ist ein Zeichen einer intakten Schulgemeinschaft", sagte Plein.