Maximini lässt sich Zeit

Die UBM ohne Galionsfigur Manfred Maximini? Für viele Mitglieder der freien Wählervereinigung undenkbar. Wie bei der Jahreshauptversammlung deutlich wurde, wollen sie den 71-Jährigen dazu bewegen, bei der Stadtratswahl 2009 erneut anzutreten.

Trier. Die Jahreshauptversammlung der Unabhängigen Bürgervertretung Maximini (UBM) im Deutschen Hof sollte im Zeichen des 15-jährigen Vereins-Bestehens stehen. Unprogrammgemäß beschäftigten sich die 90 anwesenden Mitglieder aber mehr mit der Zukunft als mit der Bilanz des bisher Erreichten. Galionsfigur Manfred Maximini soll bei der Kommunalwahl 2009 erneut antreten, so der Wunsch zahlreicher Teilnehmer.Allein schon die Frage nach einer eventuellen Umbenennung halte er "für dummes Zeug", sprach Reinhard Hauser vielen Mitgliedern aus dem Herzen; eine Namensänderung wäre seiner Meinung nach schädlich und einem Wahlerfolg abträglich. Karl Lübeck, Ratsmitglied und Maximinis Nachfolger als Kürenzer Ortsvorsteher, wurde konkreter: "Ohne Manfred als Kandidat sehe ich große Probleme auf uns zukommen." Der 71-jährige Gründer, Ehrenvorsitzende und Stadtratsfraktions-Chef wollte sich aber nicht dazu äußern, ob er von seinen 2004 im TV verkündeten Entschluss, "2009 ist definitiv Schluss", abrücken will.Aussage erst im Herbst

"Eine Aussage treffe ich erst in der Mitgliederversammlung im Herbst", erklärte er. Bereits jetzt steht fest, dass die Vereins-Basis den Namen UBM beibehalten will und das M weiterhin für Maximini stehen soll. Ein entsprechendes Votum gab die Versammlung dem Vorstand zur Vorbereitung der Mitgliederversammlung mit auf den Weg. Es war die einzige Abstimmung in einer weitgehend regularien-freien Versammlung, die verbunden war mit der (verspäteten, weil "vorher organisatorisch nicht machbaren") Feier zum 15-jährigen Bestehen. Maximini hatte die UBM 1992 mit weiteren ehemaligen Sozialdemokraten, die nach parteiinternen Zerwürfnissen ebenfalls aus der Trierer SPD ausgetreten waren, gegründet.Bilanz der eigenen Arbeit fällt positiv aus

Seine Bilanz der ausschließlich auf die Stadtpolitik konzentrierten Arbeit fiel überwiegend positiv aus: "Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein." Die UBM mit ihren acht von insgesamt 52 Ratsmitgliedern sei zwar oft "Zünglein an der Waage", aber nicht, wie von SPD und Grünen gerne behauptet, Mehrheitsbeschaffer für die CDU: "Wir gehen unseren eigenen Weg und lassen uns von niemandem unser Abstimmungsverhalten diktieren oder vorschreiben."Seit 2005 führt Hermann Kleber (58) den Wählerverein. Der Romanistik-Professor blies in der Versammlung zur Personalwerbungs-Offensive: "Sprechen sie Leute an, für die UBM zu kandidieren oder Mitglied zu werden." Derzeit zählt die UBM 257 Mitglieder. 2004 waren es 321. Meinung Überlebens-Frage für die UBM So schnell kann einen die Vergangenheit einholen. 2004 hatte Manfred Maximini in einem TV-Artikel noch definitiv ausgeschlossen, 2009 erneut für den Stadtrat zu kandieren. Doch je näher die Wahl rückt, desto mehr scheint der seit 39 Jahren kommunalpolitisch aktive Veteran aus Kürenz seine Ankündigung zu bedauern. Sollte er nicht mehr antreten wollen, könnte er das doch jetzt klipp und klar sagen. Stattdessen hält er sich die Hintertür offen. Erst im Herbst will er offiziell verkünden, was Sache ist. Sollte er sich nicht schon längst für eine neuerliche Kandidatur entschieden haben, so hat die Gefolgschaft nun ein halbes Jahr Zeit, ihn weich zu klopfen. Auch für Außenstehende ist die UBM ohne ihren Vormann schwer vorstellbar. Selbst nach etappenweisem Rückzug aus diversen Ämtern ist Maximini in der Schlüsselfunktion als Fraktionschef immer noch der Strippenzieher, Chefideologe und Alleinunterhalter in Personalunion. Der als "Kronprinz" gehandelte Vereinsvorsitzende Hermann Kleber stößt in seiner Eigenschaft als viel beschäftigter Uni-Professor schon jetzt an die Grenzen des Ehrenamts. Tritt das populäre Zugpferd Maximini noch einmal an, dann ist auch weiterhin mit der UBM zu rechnen. Falls nicht, dann wird sich die "Jetzt erst recht!"-Gründungs-Idee von 1992 sehr bald überlebt haben. r.morgen@volksfreund.de