Mediziner verwendet neues Verfahren gegen Darminfektionen

Trier · Die Abteilung für Innere Medizin I im Brüderkrankenhaus Trier (BKT) hat seit kurzem, unter Leitung von Chefarzt Prof. Christian Kölbel, ein neues Therapieverfahren für Patienten mit bakteriellen, chronischen Darmentzündungen eingeführt.

Dabei wird Stuhl eines gesunden Menschen in den Darm eines erkrankten Patienten übertragen. Die Patienten leiden an einer Clostridium-difficile-Infektion, eine meist durch eine Antibiotika-Behandlung ausgelöste Dickdarmentzündung. Da die Erkrankung ansteckend ist, müssen die Patienten isoliert werden, ein bis zwei Prozent von ihnen sterben.
Die Stuhltransplantation nutzt das allgemeine Prinzip, Infektionen des Darms durch gesundmachende Bakterien zu schützen. "Bei diesem neuen Therapieverfahren wird den Patienten nach einer ausgiebigen Darmreinigung der gereinigte und gefilterte Stuhl eines gesunden Spenders eingebracht", erläutert Kölbel.
Der Mediziner verweist auf eine Studie, bei der gezeigt wurde, dass mit diesem Verfahren mehr als 90 Prozent der Patienten mit einer Clostridium-difficile-Infektion geheilt werden können. Das Verfahren ist technisch relativ einfach, nicht belastend und nebenwirkungsarm. Inzwischen wurde die Stuhltransplantation viermal mit Erfolg im Brüderkrankenhaus Trier durchgeführt. Patienten, die über mehrere Jahre an einer chronischen Clostridium-Infektion litten, sind seit dieser Stuhltransplantation beschwerdefrei. Die erste Patientin lebt seit gut einem Jahr gesund und ohne Antibiotika.
Für 2014 sind im BKT fünf weitere Stuhltransplantationen bei Patienten mit Clostridium-difficile-Infektionen geplant. red

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