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Mehr als 50 Jahre Einsatz für die Heimat

Mehr als 50 Jahre Einsatz für die Heimat

Für besondere ehrenamtliche Verdienste haben Adolf Welter aus Trier und Helmut Büsch aus Prüm die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. "Über 1,6 Millionen Menschen sind in Rheinland-Pfalz ehrenamtlich tätig" , hebt Dagmar Barzen, Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), hervor.

Trier. "Menschen wie Sie, Herr Büsch und Herr Welter, arbeiten oft im Stillen, fragen nicht nach einer Bezahlung und schon gar nicht nach Auszeichnungen." Mit diesen Worten lobte Dagmar Barzen, die Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die Uneigennützigkeit der beiden Ehrenamtler, denen sie die Landesverdienstmedaille ansteckte.
Adolf Welter aus Trier hat sich als Heimathistoriker einen Namen gemacht. Er hat unter anderem bei der Aktion Stolpersteine mitgewirkt. So konnte er manches Kriegsschicksal klären und ermordeten Juden und unbekannten gefallenen Soldaten wieder einen Namen und eine Geschichte geben.
Dafür war lange Recherchearbeit vonnöten. Er hat nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld investiert. Zahlreiche Dokumente wie Akten oder Postkarten hat er selbst gekauft. Mit Hilfe dieser Materialien hat er mehr als 40 Publikationen zur Heimatforschung über die jüngere Geschichte Triers herausgebracht.
Dabei stieß er auf einige Details, die damals in den Medien falsch dargestellt wurden. Zum Beispiel stellt er in der Publikation "Luftangriffe auf Trier", die lückenhafte oder sogar falsche Darstellung der damals in der NS-Zeit unter Zensur stehenden Zeitungen dar. Auch in der Vereinsarbeit war er aktiv. Doch dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Leistungen. "Für mich war die Ehrung eine große Überraschung. Da ich 2001 bereits die Ehrennadel und 2013 den Ehrenbrief der Stadt Trier erhalten habe, fühlte ich mein Werk bereits mehr als genug gewürdigt", sagte der Ehrenamtler und Historiker Adolf Welter. Die Freude war ihm anzusehen.
Die Nachwelt wird noch lange von der mühsam zusammengetragenen Sammlung profitieren: Welter will sie dem Stadtarchiv überlassen. Denn den Sinn seiner Arbeit sieht er darin, das Grauen des Krieges aufzuzeichnen und zu überliefern. Damit es hoffentlich nie wieder soweit kommt. Diese Hoffnung drückt auch der Titel eines seiner Werke aus: "Nie wieder Krieg".Extra

Helmut Büsch wurde besonders für sein Engagement für die Kapelle in Prüm ausgezeichnet. An der Stelle einer durch eine Explosion zerstörten Kapelle wurde die Kalvarienbergkapelle gebaut. Seit über 30 Jahren kümmert sich Helmut Büsch um diese Kapelle, schmückt sie und öffnet und schließt sie zweimal täglich. Auch als Patientenfürsprecher im St. Josef Krankenhaus und Elisabeth Alten- und Pflegeheim ist er für die Patienten da, beantwortet Fragen und vermittelt bei Problemen. 15 Jahre war er Vorsitzender der Gemeinschaft der Vereine der Stadt Prüm. mgr