Finanzen: Mehr Gewinn, weniger Dividende

Finanzen : Mehr Gewinn, weniger Dividende

Die Volksbank Trier ist 2019 in allen Bereichen gewachsen. Der Vorstand sieht mit Zuversicht in das neue Jahr. Ihre Kunden sollen von einem neuen Bonusprogramm profitieren.

Die ersten Wochen des neuen Jahres liefen gut bei der Trierer Volksbank. Die Kreditnachfrage war hoch. Der Wirtschaft in der Region geht es gut. Die Vorstände Alfons Jochem und Norbert Friedrich wirken zufrieden, als sie beim Jahrespresseempfang im Beratungszentrum am Viehmarkt auf das vergangene Jahr zurückschauen und darauf, was 2020 verspricht.

2019 sei mit Blick auf die Weltpolitik allerdings kein einfaches Jahr gewesen, sagt Friedrich, und verweist auf die Handelsspannungen zwischen den USA und dem Rest der Welt sowie den Iran-Konflikt. Jochem sieht die wachsende globale Verschuldung kritisch. 250 Billionen Dollar betrage sie. Das sei drei Mal so viel wie das weltweite Bruttoinlandsprodukt. Immerhin sei dieses von plus 2,9 in 2019 auf plus 3,3 Prozent in 2020 gestiegen. In Deutschland erhöhte sich das Wachstum von 0,6 auf 1,1 Prozent. Das ist allerdings immer noch so niedrig wie seit 2013 nicht mehr (plus 0,4 Prozent).

Die Region Trier stehe aber gut da, auch durch den Einfluss Luxemburgs und das Leben in zwei Konjunkturen, wie Jochem sagt. Es gibt fast Vollbeschäftigung. Davon profitiert auch die Volksbank. In den vorläufigen Geschäftszahlen für 2019 hat sich die Bilanzsumme um 10,3 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro erhöht. Das Gesamtkundenvolumen ist um 12,1 Prozent angestiegen und wies zum 31. Dezember 2019 eine Summe von 4,02 Milliarden Euro aus.

Die Volksbank Trier weist ein Jahresergebnis nach Steuern und Dotierung der Rücklagen von 1,75 Millionen Euro aus. Im Vorjahr war es mit 1,72 Millionen Euro etwas geringer. Das Betriebsergebnis vor Steuern beträgt 17,47 Millionen Euro (2018: 15,9 Millionen Euro). Der Vorstand plant, dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von drei Prozent zur Beschlussfassung in der Vertreterversammlung vorzuschlagen. Ein Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Allerdings sollen damit auch ein Stück weit die höheren Eigenmittelanforderungen aufgefangen werden. Steigende Regularien wie auch der anhaltende Negativzins ärgert die Vorstände, aber sie wollen keine Negativzinsen für Girokonten einführen.

Friedrich sagt: „Unsere 290 Mitarbeiter haben einen hervorragenden Job gemacht. Wir wachsen stetig in allen Geschäftsfeldern weiter. Unsere Mitglieder und Kunden vertrauen uns und unserer genossenschaftlichen Beratungsqualität.“

Nach der Fusion mit der Volksbank Hochwald-Saarburg im Jahr 2015 habe die Volksbank Trier mit ihren Regionaldirektionen Hermeskeil, Saarburg, Schweich und Trier, 30 Filialen und sechs Selbstbedienungsstandorten eine optimale Unternehmensgröße erreicht.

Die Einlagen der fast 76 000 Kunden seien stetig gestiegen, das Kredit- und Anlagengeschäft wachse. Jochem: „Wir sind die Drehscheibe, an der sich alles dreht, und lassen das Geld in der Region.“

Am Erfolg möchte die Bank ihre gut 37 700 Mitglieder nun auch mit dem neuen VR-Förderprogramm teilhaben lassen. Bei dem Bonusprogramm sammeln Mitglieder Punkte, die Geld wert sind. Je intensiver die Geschäftsbeziehung, desto höher ist der Auszahlungsbetrag. Für die Mitglieder soll es auch bald ein digitales Netzwerk zum Austausch geben. „Digitalisierung ist ein großes Thema für uns“, sagt Jochem.

Norbert Friedrich und Alfons Jochem werden zwar sicherlich noch einige Jahre weiter die Geschicke der Volksbank Trier leiten, sie machen sich aber dennoch Gedanken um die Nachfolge und haben deshalb Anfang vergangenen Jahres die Bereichsleiter Melanie Welsch (Marktfolge) und Peter Michels (Firmenkunden und Private Banking) zu Generalbevollmächtigten ernannt. Damit ist die Volksbank auch personell für die Zukunft vorbereitet.