Mehr Hirsche für den Meulenwald müssen her

Mehr Hirsche für den Meulenwald müssen her

Es gibt zu wenig mittelalte Hirsche im Meulenwald. Das ist das Ergebnis der Wildzählung im Meulenwald. Die Aufgabe an die Mitglieder der Rotwild-Hegegemeinschaft Meulenwald lautet deshalb: Es sollen nun weniger männliche Tiere erlegt werden.

Zemmer. Was Diplom-Biologe Olaf Simon als "brauchbares Ergebnis" bei der Versammlung der Rotwild-Hegegemeinschaft (RHG) Meulenwald vorgestellt hat, dürfte den ein oder anderen Teilnehmer überrascht haben.
Dokumentiert wurden bei der Zählung im März 89 Stück Rotwild und bei der im April 246: "Die Abweichung ist normal. Die Hirsche zieht es im April mehr auf die Waldwiesen und können besser erfasst werden. Dort wächst das saftig grüne Gras. Im März ist die Entwicklung der Pflanzenwelt noch nicht so weit", erklärt Simon.

Mit Hilfe einer Formel kann aus den Ergebnissen der Minimalbestand an Rotwild bestimmt werden. Dazu wird aus Erfahrung angenommen, dass rund 70 Prozent des Bestands gezählt wurden. Nach den Berechnungen gibt es im Meulenwald 270 Hirschkühe und 126 Hirsche, also insgesamt 396 Tiere. Zudem erwarten die Jäger einen Zuwachs von 190 Hirschkälbern in diesem Sommer.

Die Jäger waren bei der Zählung angehalten, auch das Geschlecht des gesehenen Rotwildes anzugeben. Problem dabei war, dass die männlichen Tiere schlechter zu erkennen waren. Sie haben ihr Geweih bereits abgeworfen und streifen alleine durch den Wald. Auf Wiesen sind sie kaum anzutreffen.Jagdverbot optimale Lösung


Dennoch ist ein Ergebnis festzuhalten: Es gibt zu wenig mittelalte Hirsche im Meulenwald. "Wenn die zwei bis neun Jahre alten männlichen Hirsche fehlen, können Probleme bei der Fortpflanzung auftreten. Das heißt, der Bestand könnte abnehmen", prognostiziert Simon. Darin sieht auch Gundolf Bartmann, erster Vorsitzender der RHG Meulenwald, eine Gefahr: "Wir sind auf dem Weg, das Rotwild auszurotten. Dies zu ändern, liegt in unserer Hand." Die optimale Lösung sei ein Jagdverbot der männlichen Tiere für zwei bis drei Jahre, das sogenannte Hirschfasten. Dies ist aber schwierig umzusetzen, wie das Meinungsbild unter den Jägern bestätigte.

Geeinigt wurde sich darauf, dass weniger Hirsche in den Abschussplan für 2016/17 aufgenommen wurden. Jedes Revier konnte auf freiwilliger Basis auf männliche Tiere verzichten. So schaffte es die RHG, die zu erlegenden Hirsche knapp auf die Hälfte zu senken.
Ziel des Abschussplans ist es, den Bestand an Rotwild im Meulenwald konstant zu halten. Hagen Flora, Geschäftsführer der RHG Meulenwald, sagt: "Als Indikator dienen uns die Wildschäden. Gibt es zu viele Tiere, erhöht sich die Zahl der Schäden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Anzahl der Hirsche zu der Größe ihres Lebensraumes und des Futterangebotes passt. Das gelingt uns sehr gut: Die RHG hat den niedrigsten Schadensgrad unter den Hegegemeinschaften in ganz Rheinland-Pfalz."

Notwendig ist die Rotwildzählung, da die Hirsche durch ein großes Streifgebiet wandern. So kann ihr Bestand in den kleinen Revieren schlecht erfasst werden. Bei Rehen und Wildschweinen ist dies nicht so. Sie bleiben in einem kleineren Gebiet.
Bartmann und Flora bewerten die Wildzählung als Erfolg: "Die nächste Zählung soll in ein paar Jahren ablaufen. Nun haben wir erst einmal unsere Hausaufgaben abzuarbeiten."Extra

Was im Volksmund der Hirsch, ist in der Jägersprache das Rotwild. Hirsche heißen nur die männlichen Tiere; alle anderen werden als Kahlwild bezeichnet, da sie kein Geweih besitzen. Die Jungtiere werden im ersten Jahr nach der Geburt Kälber genannt. Im zweiten Jahr unterscheiden die Jäger nach Geschlecht zwischen den männlichen Schmalspießern und den weiblichen Schmaltieren. Nach der ersten eigenen Geburt wird aus dem Schmaltier ein Alttier. behExtra

Bei der Wildzählung wurden neben dem Rotwild auch andere Tiere erfasst, die im Licht des Scheinwerfers auftauchten: 868 Rehe, 132 Hasen, 112 Füchse, sieben Dachse und fünf Wildkatzen. Dass nur 56 Wildschweine gezählt wurden, hat einen Grund: Ihre Augen leuchten im Licht nicht auf. So können sie in der Dunkelheit schlechter gesehen und dokumentiert werden. Insgesamt waren 40 Helfer in neun Teams an der Zählung beteiligt. Die einzelnen Routen hatten eine Länge von 30 bis 60 Kilometer. Die Teams waren zwischen vier und sieben Stunden unterwegs und haben eine Fläche von 15.000 Hektar in 24 Jagdrevieren abgeleuchtet. beh