Mehr Infrastruktur für mehr Fachkräfte

Mehr Infrastruktur für mehr Fachkräfte

Die beiden Faktoren qualifizierte Arbeitskräfte und Infrastruktur sind für den wirtschaftlichen Erfolg des Industrieparks Trier (IRT) entscheidend. Das wurde beim Besuch von Verbandsgemeindebürgermeister Christoph Holkenbrink (Wittlich-Land) und dem Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz im Industriepark bei Föhren deutlich. Mit seinem breiten Mix an Unternehmen gilt der IRT als Erfolgsmodell.

Föhren/Hetzerath. Drei außergewöhnliche Unternehmen hat Geschäftsführer Reinhard Müller für den Besuch von Christoph Holkenbrink, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und dem Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz ausgewählt. Die Reise führt im Industriepark Region Trier von Brohl Wellpappe, mit einem Grundstück von 6,6 Hektar das flächenmäßig größte Unternehmen über Promed Medical Parts, einem Spezialisten für Medizintechnik zu IO Geeks, einem zwei Mann starken gerade gegründeten Unternehmen, das Anwendungen für mobile Telefone (Smartphones) entwickelt. Die Anbindung an die Autobahn, der Nachwuchs an Arbeitskräften und die regionalen Absatzmärkte waren dabei entscheidende Themen.

Brohl Wellpappe:
Mit 20 000 Quadratmetern Gebäudefläche und 6,6 Hektar Grundstückfläche ist der mittelständische Unternehmer flächenmäßig der größte Betrieb im IRT. Geschäftsführer Max Boltersdorf erinnert an die Tradition des Unternehmens, das bereits 1778 gegründet wurde. Der Umsatz beläuft sich auf 90,3 Millionen Euro an sieben Standorten. Von den insgesamt 566 Mitarbeitern sind allein in Föhren 140 Menschen beschäftigt.
Brohl produziert Verpackungen und Kartonständer aus Well- und Vollpappe. Zu den Kunden zählen unter anderem Heineken, Fissler, Royal Canin oder Moselland. In dem Werk bedrucken Offset-Druckmaschinen Wellpappe und Karton entsprechend den Kundenwünschen. Dazu arbeiten neben Industriekaufleuten, Maschinenführern und Mechatronikern auch Mediengestalter in dem Betrieb. Sieben Jugendliche werden derzeit ausgebildet, erklärt Werksleiter Christoph Kirsch. Während der Nachwuchs im kaufmännischen Bereich keine Probleme bereite, habe man aber zunehmend Schwierigkeiten im Bereich Packmitteltechnologie. "Der demografische Wandel schlägt besonders im gewerblichen Bereich und im Schichtbetrieb durch," sagt Boltendorf.
Günther Schartz verweist auf Kooperationen der Arbeitsagentur mit Frankreich und Belgien. Dort herrsche inzwischen 25 Prozent Jugendarbeitslosgkeit. Freilich benötige man für die Anreise von Arbeitskräften aus Belgien oder Frankreich auch eine bessere Verkehrsanbindung in Richtung Westen, bemerkt Schartz. Während der IRT über die A 1 nach Norden gut angeschlossen sei, könne nur der Moselaufstieg Entlastung im Trierer Verkehrsnadelöhr bringen.
Promed Medical Parts: Früher stand das CT-Diagnosegerät in Mannheim in einer Klinik. Derzeit steht es in Föhren bei Promed Medical Parts und bald schon wird es in einer Klinik in Baku in Aserbaidschan seinen Dienst wieder aufnehmen. Die Firma Promed Medical Parts mit ihren 18 hochqualifzierten Mitarbeitern kauft weltweit Computertomographen und Magnetresonanztomographen auf und verkauft sie generalüberholt wieder weiter. "In diesen Hallen wird meistens Englisch gesprochen," sagt Geschäftsführer Rainer Bornschein. Die Fachkräfte stammen aus Großbritannien oder Holland. Sie zerlegen die Maschinen, tauschen Ersatzteile aus und prüfen sie. Die Geräte stammen überwiegend aus den USA, Japan, Australien, Frankreich und England. Verkauft werden sie nach Russland, Ukraine, Iran, Irak oder Ägypten. Für Promed ist besonders die Anschließung über die A 60 in Richtung Antwerpen wichtig. Die Geräte sind so groß und schwer, dass sie nur über den Seeweg und dann mit dem LKW transportiert werden können.

IO Geeks:
Noch sind Robert Ewen und Christian Daniel nur zu zweit, aber sie haben bereits einen großen Schritt getan - den in die Selbstständigkeit. Die beiden Programmierer haben die Firma IO Geeks gegründet, die Anwendungen, "Apps", für Smartphones entwickelt. Die beiden Informatiker sind erst seit April 2014 in Föhren und haben gerade ihre Büros im Gründerzentrum bezogen. Dort sind weitere junge Startup-Unternehmen, sodass ein Austausch zwischen den Firmengründern möglich ist.
Ewen und Daniel haben an den höheren Berufsfachschulen für Informatik in Trier und Wittlich ihre Ausbildung absolviert. Nun ist ihr Zielmarkt eine Nische, die sich derzeit entwickelt: Für das neue Windows-8-Betriebssystem gibt es noch nicht so viele Apps. In diesen Markt will ihre Firma eindringen. Mögliche Apps seien zum Beispiel die Haussteuerung (Wärme, Licht, Lüftung) mit vernetzten Systemen.
Ihren Bekanntheitsgrad in der Region wollen sie auch für die Firma nutzen und wenden sich vor allem an Betriebe im Raum Trier und Wittlich. Für IO Geeks dürfte die Herausforderung "Nachwuchs" freilich noch ein wenig auf sich warten lassen.