Mehr Platz für Gusteraths Nachwuchs

Mehr Platz für Gusteraths Nachwuchs

Ein neues Wohngebiet, viele junge Familien und geburtenstarke Jahrgänge: Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist hoch in Gusterath. Derzeit wird ein Anbau für eine fünfte Kitagruppe geplant. Auch in anderen Gemeinden im Trierer Land soll die Zahl der Krippenplätze bis 2013 deutlich steigen.

Gusterath. Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass die Kita Gusterath für etwa eine Million Euro umfassend saniert und erweitert worden ist. Doch der Bedarf ist damit nicht gedeckt - denn die Zahl der Kinder im Ort ist weiter stark gestiegen. Zuletzt mussten vorhandene Krippenplätze wieder in Plätze für Zweijährige umgewandelt werden, weil diese seit 2010 einen Rechtsanspruch darauf haben.
"Wir hatten jetzt einige geburtenstarke Jahrgänge", sagt Anke Alten, Leiterin der Kita Gusterath, die auch von Kindern aus Franzenheim und dem Schöndorfer Ortsteil Lonzenburg besucht wird. Vor allem bei berufstätigen Eltern sei die Nachfrage nach Betreuungsangeboten groß. Wegen des gestiegenen Bedarfs hat der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Trier-Saarburg jetzt den Anbau für eine zusätzliche Kitagruppe beschlossen - neben zahlreichen weiteren Kita-Erweiterungen im Kreisgebiet (siehe Extra). Aktuell verfügt die Gusterather Einrichtung über 100 Betreuungsplätze in vier Gruppen, 18 davon für Zweijährige. Derzeit werden die Pläne für einen 215 Quadratmeter großen Anbau erstellt. Zwei Gruppenräume, Platz zum Schlafen sowie ein Wasch- und ein Förderraum kommen hinzu. Bei 100 Plätzen wird die Kita dann 12 für Zweijährige und 17 neue Krippenplätze für unter Dreijährige anbieten können.
Die Kosten für eine zusätzliche Gruppe schätzt der Gusterather Ortsbürgermeister Alfred Bläser auf etwa 240 000 Euro. Für den Anbau kann die Gemeinde allerdings mit Zuschüssen von Bund und Kreis rechnen. Letzterer gibt maximal 100 000 Euro pro Gruppe. Sollte die Kinderzahl nochmals ansteigen, darf der Landrat kurzfristig ohne Beschluss des Jugendhilfeausschusses über eine sechste Gruppe entscheiden. "Wir sind glücklich über diese Option", sagt Bläser. Sie werde bei der Planung des Anbaus bereits einkalkuliert. "Es ist leichter und billiger, die Pläne später zu reduzieren als umgekehrt."
Der Kreis habe bei seinem Beschluss nur von den aktuellen Geburtenzahlen ausgehen können, erklärt Bläser. Demnach gibt es pro Jahrgang derzeit etwa 18 bis 20 Kinder in Gusterath. Zugezogene Kinder, sagt Bläser, berücksichtige die Statistik jedoch nicht. Davon seien in anderthalb Jahren 14 hinzugekommen, berichtet Kitaleiterin Alten. Das sei bei der Erweiterung vor zwei Jahren noch nicht zu erahnen gewesen.
Den Grund für den Zuwachs an jungen Familien sieht der Ortsbürgermeister in der "guten Infrastruktur" des 2000-Einwohner-Orts. Es gebe eine Ganztagsschule, eine gute Stadtbusanbindung, keine Industrie oder große Gewerbebetriebe. "Wir sind ein reines Wohndorf." Ende des Jahres sollen die Erschließungsarbeiten für ein weiteres Wohngebiet starten. An der Ringstraße entstehen 43 Bauplätze, von denen 37 bereits für Interessenten vorgemerkt sind. "Unser erweitertes Angebot wird also ganz sicher genutzt", sagt Alten.
Ob demnächst sogar die Entscheidung für eine sechste Kita gruppe fällt, werden die neuesten Kinderzahlen entscheiden. Diese sollen laut Bläser bis Jahresende vorliegen.
Extra

Kita-Ausbau in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer: Neben Gusterath stocken derzeit vier weitere Kindergärten und Kitas in der VG Ruwer ihr Betreuungsangebot auf. Für Kinder unter drei Jahren sollen 54 zusätzliche Plätze entstehen - in Gutweiler (plus sechs bis 2014), in Holzerath (plus vier durch dritte Gruppe Ende 2013), in Pluwig (plus 17, zwei neue Gruppen in Neubau im Seniorenzentrum ab 2014) und in Waldrach (plus 16 dank Kita-Neubau für fünf Gruppen). Insgesamt sollen damit in den elf Einrichtungen in der Verbandsgemeinde (Planungsstand 31. Dezember 2011) für 317 Kinder im Alter unter drei Jahren 238 Betreuungsplätze geschaffen werden. Das entspricht einer Quote von 75 Prozent. Kita-Ausbau in der VG Trier-Land: In Zemmer-Schleidweiler werden die Nebenräume erweitert und sechs neue Plätze für unter Dreijährige geschaffen (Kosten rund 202 000 Euro). Zudem wird die Kita in Igel ausgebaut (14 neue Plätze für unter Dreijährige, Kosten 287 000 Euro). Kita-Ausbau in der VG Schweich: Neubau eines Kindergartens mit sechs Gruppen in Kenn. Es stehen später 125 Plätze zur Verfügung, davon 33 Plätze für unter Dreijährige und 92 für Drei- bis Sechsjährige. Investitionsvolumen: 2,35 Millionen Euro. Ferner wird der Kindergarten in Mehring saniert und um eine Krippengruppe erweitert. Es werden dann insgesamt 110 Plätze angeboten; 28 davon für unter Dreijährige und 82 für die Drei- bis Sechsjährigen. Kosten: rund 825 000 Euro. Saniert und ausgebaut wird auch die Kita Trittenheim. Von den 37 Plätzen sind 13 für unter Dreijährige (Ausbaukosten noch offen). cweb/alf

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